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RNZ: Beck, der Riese

    Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel Sozialdemokraten - mit  einer Ausnahme  - genießen in diesen Wochen einen enormen Vorteil:  Fehler und schlechte Umfragewerte haben ein Gesicht - das von Kurt Beck. Damit sind die Gabriels, Steinmeiers, Wowereits und Nahles' fein raus. Alles, was sie tun müssen, ist: nichts. Der Erfolg fällt ihnen von alleine zu. Sie müssen nur abwarten und zuschauen, wie Beck den Vorturner sozialdemokratischer Tugenden macht, wie er die Herkules-Aufgabe annimmt, die SPD in den Augen der Wähler wieder regierungsfähig zu machen, und wie ihm die Berliner Politikprofis ein Bein nach dem anderen stellen, um dann zu unken: Dieser Provinzler, nicht 'mal das kann er. Es ehrt Kurt Beck, dass er diesen Tort auf sich nimmt. Aber ihm bleibt ja auch nichts anderes übrig. Die nächste reguläre Wahl eines SPD-Chefs  wäre  im nächsten Sommer möglich, sozusagen kurz vor der Bundestagswahl. Beck ist also zum Weitermachen verurteilt.  Aus diesem Zwang heraus gebärdet sich der Mainzer als unbändiger  Riese, beschimpft 'mal die ausgebufften Hauptstadtjournalisten, mal die Heckenschützen in der eigenen Partei. Das wirkt absolut unsexy, widerspricht sämtlichen PR-Strategien und ist von Schröder noch weiter entfernt, als die    Agenda-Korrekturen.  Der SPD-Chef glänzt aber auch nicht programmatisch. Er  setzt  ausschließlich auf seine rheinland-pfälzische Devise "Nah bei den Menschen". Zurzeit ist er ihnen jedoch fern. Sehr fern.

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