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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Wartezeiten

    Heidelberg (ots) - Über der  Reformbaustelle des deutschen Gesundheitswesen hängt das große politische Versprechen: Jeder Versicherte hat Anspruch auf das medizinisch Notwendige. Es steht nicht dabei, in welcher Zeit. Die Uni-Studie aus Köln über unterschiedliche Wartezeiten von Privat- und Kassenpatienten ist ein Aufreger, der über die Qualität der Gesundheitsleistungen nichts aussagt. Er gibt nur Hinweise darauf,  dass das kassenärztliche Honorarsystem  darauf angelegt ist, vor allem medizintechnische Leistungen zu deckeln. Was die Politik  verspricht, aber durch Budgetierungen gleichzeitig rationiert, müssen  die Ärzte verteilen. Viele Praxen wären  ohne Privatpatienten in ihrer Existenz gefährdet. Mit  ihren  höheren Beiträgen finanzieren die Privatversicherten das kranke  Kassensystem mit, aus dem die Ärzte flächendeckend auszubrechen suchen. Dass sie dafür  "Zeit" kaufen, wär erst dann ein Skandal, wenn es auf Kosten der Gesundheit ginge. Adressat eines   Vorwurfs, wenn    er sich aus der Studie ableiten ließe, wäre allemal die Politik.

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