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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Literaturnobelpreis

Bielefeld (ots) - Dylan, eine Ikone. Den Ikonen der Literatur steht die Nobelpreisjury sonst skeptisch gegenüber. Viel lieber holt sie die literarische Produktion abseits des Abendlands ans Licht (Mahfus 1988). Oder verneigt sich vor Querdenkern (Mo Yan 2012) und Unangepassten (Fo 1997). Dann wieder würdigt sie Lebensleistungen (Canetti 1981). Aber Ikonen? Der einzige Held wies den Preis brüsk zurück: Sartre 1964. Jetzt also Dylan. Herzlichen Glückwunsch, Stockholm! Du hast diese dumme Mauer überwunden, die das Establishment von der Gegenkultur, E von U, Klassik von Pop trennt. Deine Juroren mögen die letzten sein, denen diese Einsicht zuteil wird, aber: Willkommen im Heute! Bob der Baumeister der gesungenen Poesie hat das schon vor langer Zeit kommen sehen: The times they are a-changing. Trotzdem wird jetzt landauf, landab zu hören sein: Wieso Literaturnobelpreis? Der singt doch! Unsinn: Dylan ächzt mit einer Stimme, die klingt, als kröche sie über die Mauern eines Tuberkulose-Sanatoriums. Aber es ist ja nicht verboten, mal hinzuhören, was er da ächzt.

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