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Westfalen-Blatt: zu China und die »Kulturrevolution«

Bielefeld (ots) - Die Verbotene Stadt, die Große Mauer und die Terrakotta-Krieger rückt China gern ins Rampenlicht. Mit den Schattenseiten der Geschichte tut sich die Führung schwer. Bis zu 76 Millionen Menschen kamen während der Herrschaft von Mao Tsetung ums Leben - und trotzdem wird der Gewaltherrscher weiter als »Großer Führer« hingestellt. Zwei Drittel dessen, was er getan habe, sei gut gewesen, lautet die offizielle Sprachregelung der Kommunistischen Partei. Kein Wunder: Stürzt sie Mao vom Sockel, fiele mit ihm ihre eigene Legitimation. Und so wird weiter geschwiegen, Geschichtsklitterung betrieben und der Tod von Millionen Opfern verharmlost. In China zählt das Individuum viel weniger als das Kollektiv und die Stabilität des Staates. Die würde durch offene politische Diskussion und einen kritischen Blick auf die Geschichte gefährdet. Und deshalb verfolgt die Führung das Ziel, die Bevölkerung mit wachsendem Wohlstand ruhigstellen. Konsum statt Demokratie. »Wir machen euch reich, und ihr mischt euch nicht in unsere Politik ein« lautet 50 Jahre nach der »Kulturrevolution« das stillschweigende Abkommen zwischen Partei und Volk.

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