Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Unbekannte greifen in Plakaten die Polizei Herford an - Motive aus GdP-Imagekampagne verwendet

Bielefeld (ots) - Mit etwa 50 Plakaten haben Unbekannte die Polizei im Kreis Herford (NRW) verächtlich gemacht. Das berichtet das Bielefelder »Westfalen-Blatt« in seiner Dienstagsausgabe.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte das angeblich schlechte Image der Herforder Behörde mit einer Plakatkampagne aufpolieren wollen. »Wir arbeiten gerne im Kreis Herford. Auch wenn es nicht immer leicht ist«, steht auf den Plakaten der GdP, darunter sind sechs Polizisten zu sehen. Seit November läuft die Kampagne.

In der Nacht zum Montag hängten Unbekannte in Herford und Bünde ihre Variante des Plakats in DIN A3 auf, insgesamt könnten es etwa 50 Exemplare gewesen sein. Darauf steht: »Wir prügeln gerne im Kreis Herford. Denn die Kollegen halten dicht.« In einem Selbstbezichtigungsschreiben behaupten angebliche Antifaschistinnen, die Urheber zu sein.

Die Plakate beziehen sich darauf, dass zwei Streifenbeamte aus Herford wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Verfolgung Unschuldiger angeklagt sind. Einer von ihnen hatte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft grundlos einen Autofahrer angegriffen, der andere soll ihm geholfen haben. Ein Bild aus dem Polizeivideo, das den mutmaßlichen Übergriff zeigt, haben die Täter in ihr Plakat montiert.

Polizisten fuhren am Montag durchs Kreisgebiet und entfernten die Plakate. Polizeisprecher Uwe Maser sagte, alle Beamten, die auf den gefälschten Plakaten zu sehen seien, hätten Anzeige erstattet. Außerdem lässt die Behörde vom Staatsschutz prüfen, ob Volksverhetzung vorliegt, also die Verächtlichmachung einer Gruppe.

Die Plakatkampagne der GdP kam übrigens nicht bei allen Polizisten gut an, weil die GdP an ihre Mitglieder schrieb, man wolle mit der Kampagne »investigativer Berichterstattung über Polizeibeamte entgegentreten«. Ein Beamter, der an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Polizisten ausbildet, sagte dem »Westfalen-Blatt«, investigative Berichte gehörten zu einer freiheitlichen Demokratie.

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