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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Merkels Besuch in der Ukraine

Bielefeld (ots) - Die Kanzlerin übernimmt Verantwortung. Ihr Besuch bei der ukrainischen Regierung ist von einiger Bedeutung auf dem schwierigen Weg zu einer politischen Lösung im Konflikt mit Russland. Allerdings ist die Visite nicht frei von Risiken. Dass Angela Merkel unmittelbar vor dem ukrainischen Unabhängigkeitstag am Sonntag Präsident Poroschenko in Kiew trifft, könnte im Kreml als Provokation aufgefasst werden. Aber auch nur, wenn es Putin als Affront verstehen will. Der Zeitpunkt des Besuchs hat einen praktischen Grund: Beim Gipfel der Zollunion in Minsk treffen Poroschenko und Putin am Dienstag in Weißrussland aufeinander. Vorher will Merkel den ukrainischen Präsidenten auf das Gespräch mit Putin vorbereiten und ihm eine Art Coaching verpassen, damit das Treffen in Minsk wenigstens die Chance auf einen positiven Verlauf haben kann. Zwar mag der Besuch ein Zeichen der Solidarität mit der ukrainischen Spitze sein, doch Poroschenkos zuweilen zur Schau gestellter Militarismus weckt immer wieder Zweifel an seiner Amtsführung. Insofern ist Merkels Reise sinnvoll.

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