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Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) kommentiert:

    Bielefeld (ots) - Mehrfach hat der Papst seit seiner Ankunft am Dienstag in den USA den Finger auf eine Wunde gelegt, die die katholische Kirche in den USA seit Jahren schmerzt. Sie konnte nicht heilen, weil die US-Bischöfe, weil auch der Vatikan lange Zeit die falschen Medikamente verordnet und das Ausmaß heruntergespielt haben. Gemeint ist der Skandal um den sexuellen Missbrauch von Jugendlichen durch Priester. Mit seiner tiefen Scham für das Fehlverhalten mancher Priester, mit seinem Aufruf zur Versöhnung hat der Papst dem Fundament der katholischen US-Kirche wieder die Festigkeit gegeben, die diese zu verlieren drohte. Allein deshalb war der Besuch notwendig. Doch auch der »Politiker« Benedikt XVI. ist gefragt. Vom mächtigsten geistlichen Führer dieser Welt wird auch ein klares Wort gegenüber dem mächtigsten weltlichen Mann dieser Welt erwartet. Zumal er schon immer den Irak-Krieg als einen Fehler kritisiert hat. Mit der Ermahnung des US-Präsidenten zu diplomatischer Konfliktlösung hat er einen Anfang gemacht, deutlichere Worte sollte der Papst heute vor der UNO finden.

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