Deutscher Bauernverband (DBV)

Sonnleitner: Unerträgliche Situation für die landwirtschaftlichen Betriebe
Alle Untersuchungskapazitäten nutzen, um die Sperrung aufzuheben

    Berlin (ots) - Kein Pardon darf es für diejenigen geben, die mit
kriminellen Machenschaften den Nitrofen-Skandal verursacht haben,
betonte nachdrücklich der Präsident des Deutschen Bauernverbandes
(DBV), Gerd Sonnleitner. Er forderte Bund und Länder auf, die
Verursacher und das Ausmaß der sich immer weiter ausweitenden Krise
mit Hochdruck gänzlich aufzuklären. "Für die betroffenen
landwirtschaftlichen Betriebe steht ihre Existenz auf dem Spiel",
erklärte Sonnleitner. Das Fehlverhalten einzelner aus der
Futtermittelwirtschaft und dem Handel drohe zudem das Image der
gesamten Agrarwirtschaft und der Bauern zu zerstören.
    
    Die Situation der gesperrten Betriebe sei unerträglich und
verursache mit jedem Tag der Nicht-Aufklärung wachsende Schäden. Die
Betriebe seien völlig unverschuldet in diese äußerst schwierige
Situation geraten. Durch die Sperrung würden sie regelrecht
gebranntmarkt. Ihre aufgebauten Verbindungen zu den Marktpartnern der
Weiterverarbeitung und des Lebensmittelhandels drohten zerstört zu
werden, erklärte Sonnleitner. Seit vergangener Woche sind rund 100
ökologische Betriebe, seit gestern über 500 Bauernhöfe in mehreren
Bundesländern wegen des Nitrofen-Skandals gesperrt.
    
    Sonnleitner forderte deshalb Bund und Länder unmissverständlich
auf, umgehend alle Untersuchungskapazitiäten zur Kontrolle der
Betriebe einzusetzen, damit diese wieder entsperrt würden. Hier dürfe
es keinerlei weitere Verzögerung geben. Die gesperrten Betriebe
müssten, wie Minister Till Backhaus aus Mecklenburg-Vorpommern
gestern angekündigt habe, vor dem Wochenende wieder "frei" sein.
    
    
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