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BGA: Brexit - schwerer Schlag für die EU

Berlin (ots) - "Das Unvorstellbare ist eingetreten. Die Mehrheit der Briten hat sich dazu entschlossen, der EU den Rücken zu kehren. Der politische und wirtschaftliche Flurschaden ist gewaltig. Mit 89 Milliarden Euro an Exporten nach Großbritannien ist das Land unser drittwichtigster Absatzmarkt. Die nun eintretende Schwächung des Pfunds wird unsere Produkte erheblich verteuern. Schwerer jedoch wird es die britische Volkswirtschaft treffen. Mit einer schwachen eigenen industriellen Basis ist sie massiv auf Importe eben nicht nur von Rohstoffen und Vorprodukten angewiesen. Diese werden sich nun deutlich verteuern und damit das Wohlstandsniveau senken. Die Briten werden sich zukünftig weniger leisten können. Darüber hinaus verliert der Finanzplatz London, als eine der wichtigsten Stützen der Wirtschaft, die europäische Verankerung." Dies erklärte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), angesichts der heutigen Entscheidung zum Brexit-Referendum.

"Der Brexit hat eine Zeit der weiteren Unsicherheit eingeläutet. Das ist Gift für die Wirtschaft. Die dringend benötigten neuen Wachstumsimpulse fehlen damit nicht nur, vielmehr ist zu befürchten, dass es zu einem weiteren Erstarren kommen wird. Denn neue Investitionen werden angehalten oder gar nicht erst in Angriff genommen", so Börner.

"Ein 'Weiter so' kann es in der EU nicht geben. Oberstes Ziel muss es jetzt sein, die Unsicherheiten zu beseitigen und Schadensbegrenzung zu betreiben. Das Verhältnis zu Großbritannien muss schnellstmöglich geklärt werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Beispiel keine Schule macht. Vielmehr muss für alle in der EU deutlich gemacht werden, dass sich eine Mitgliedschaft in der EU lohnt und ein Austritt eben nicht. Die Annahme, eine Rückbesinnung auf den Nationalstaat könnte unsere Probleme lösen, ist ein vollkommener Trugschluss und es ist tragisch, dass die Mehrheit der britischen Bürger dieser Mähr aufgesessen sind. In der EU müssen wir uns aber auch selbstkritisch fragen, wie wir die europäischen Organisationen so gestalten können, dass wir gerade europäische Lösungen für die großen Herausforderungen finden, ohne sich zu sehr in nationale Verhältnisse einzumischen", so Börner abschließend.

21, Berlin, 24. Juni 2016

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