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BGA zum Ergebnis des G8-Gipfels: Neue Welthandelsrunde braucht Liberalisierungserfolg

    Berlin (ots) - Für den deutschen Außenhandel ist es bereits ein
Erfolg, dass sich die Staats- und Regierungschefs zeitlich und
inhaltlich auf eine erste Tagesordnung für die nächste
Welthandelsrunde verständigen konnten. Dies erklärte Dr. Michael
Fuchs, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und
Außenhandels (BGA), nach dem Okinawa-Gipfel vom Wochenende.
Gipfelgespräche der G8-Regierungschef gleichen bekanntlich stärker
einer wirtschaftspolitischen tour d' horizon als einer Marschroute zu
festen Vereinbarungen. Ein Eintreten für eine neue
WTO-Welthandelsrunde war erwartet worden. Leider blieben inhaltliche
Fortschritte für einen freieren Welthandel aus. Hier muss bis zum
Herbst nachgearbeitet werden, die Liberalisierung des Freihandels
kennt keine Sommerpause, sagte Fuchs.
    
    Zentrale Forderungen und Lehren aus dem Scheitern in Seattle sind
nach Ansicht von BGA-Präsident Dr. Fuchs die deutlichen Angebote an
die Entwicklungsländer zu Fortschritten im Liberalisierungsprozess.
Hierzu gehören nicht nur Entschuldung und weitgehende Zollfreiheit,
sondern auch Liberalisierungsfortschritte beim Agrarimport in die
Industrieländer und Hilfe beim Aufbau einer international üblichen
Grenzabfertigung und Zollpraxis.
    
    Wenn Entschuldungsvorstellungen, vor allem auch bei
Nicht-Regierungs-organisationen, nicht kurzfristig real gegenüber den
Entwicklungsländern vereinbart werden können, liegt dies nach Ansicht
von Fuchs an der Einsicht, dass Entschuldungen an wirtschaftliche und
politische Gegebenheiten gebunden sein müssen. Hier hat die
internationale Gebergemeinschaft Maßstäbe zu setzen und muss
Kriterien überprüfen, um vor allem reformwillige Entwicklungsländer
zu unterstützen.
    
    Schließlich muss sich auch die angestrebte neue WTO-Runde auf eine
realistische Tagesordnung bescheiden. Eine Überfrachtung mit Themen
aus der Arbeits- und Sozialwelt verkennt die Möglichkeiten einer
Welthandelsrunde, so Fuchs. Auch das Thema E-Commerce bleibt
zumindest zur Zeit eher ein Thema der hochindustrialisierten Länder.
Konzentration auf das Machbare ist das Gebot der Stunde; wenn dies
der Auftrag der Regierungschefs an ihre Mitarbeiter ist, zu
verwirklichen sogar ohne zeitliche Rücksichtnahme auf die
amerikanischen Wahlen, könnte aus diesem Gipfel noch ein Erfolg
werden, sagte Fuchs heute in Berlin.
    
ots Originaltext: Bundesverbandes des Deutschen Groß- und
Außenhandels (BGA)
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