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Neue Westfälische (Bielefeld): Reichsbürger und Selbstverwalter Geschärfter Blick Florian Pfitzner, Düsseldorf

Bielefeld (ots) - Im vergangenen Herbst haben sie noch von einer niedrigen dreistelligen Zahl gesprochen, mittlerweile zählen die nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden landesweit 2.000 Reichsbürger. Ein sprunghafter Anstieg? Oder haben die Verfassungsschützer erneut gepennt? Im Vergleich zum manchmal etwas trägen Bundesamt zeigen sich die Beamten des Landesamtes in Nordrhein-Westfalen noch recht umtriebig. Sie haben die Reichsbürger schon länger im Auge, tauschen sich mit Städten und Gemeinden aus, schulen Mitarbeiter der Behörden, die sich mit den Staatsverweigerern herumschlagen müssen. Da gilt NRW nach sieben rot-grünen Regierungsjahren einigen als Vorbild. So richtig hat die Sensibilität gegenüber dem Phänomen jedoch erst in den Monaten nach den tödlichen Schüssen auf einen Polizisten im fränkischen Georgensgmünd zugenommen - gesellschaftlich wie politisch. Wer Reichsbürger bis dahin nur als traurige Spinner angesehen hatte, erkennt seither ihre oft komplexen, jedenfalls kruden Anschauungen und ihren nicht selten ausgeprägten Hang zu Waffen. Gewiss ist nicht jeder Reichsbürger ein Neonazi. Es gibt jedoch eine gefährliche Verbindung zwischen Reichsideologie und Rechtsextremismus. Mitunter gehen die Ideen der Selbstverwalter über einen harten Kern von Anhängern des Nationalsozialismus hinaus, finden Anklang bei Esoterikern und Verschwörungstheoretikern. In NRW sollten die Behörden ihre Informationen über Reichsbürger weiterhin sauber abheften.

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