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Neue Westfälische (Bielefeld): Frauke Petry will den Begriff "völkisch" umdeuten AfD sucht Anschluss an die Rechte Stefan Boes

Bielefeld (ots) - Muss man diese Frau nicht mit Ignoranz strafen, weil man ihr sonst nur dabei hilft, ihre Äußerungen weiterzuverbreiten? Hilft man nicht der AfD, wenn man ihre Provokationen in die Öffentlichkeit und damit in die Diskussionen trägt? Ja, möglicherweise. Die Gegenfrage aber lautet: Soll man der Partei freie Bahn lassen? Soll man ihr dabei zusehen, wie sie nationalsozialistisch vergiftete Begriffe in ein gutes Licht rückt? Nichts anderes hat Frauke Petry im Interview getan. Ihre Aussage, man müsse daran arbeiten, dass der Begriff "völkisch" wieder positiv besetzt ist, ist ekelhaft. In gewohnt rechthaberischer Manier verkündet Petry, es sei eine unzulässige Verkürzung, wenn gesagt werde, "völkisch ist rassistisch". Das ist falsch. Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff führt zwangsläufig in die Zeit des Nationalsozialismus, in der das Wort am häufigsten gebraucht wurde. "Völkisch" ist ein politisches Schlagwort, ein Symbol der Ausgrenzung all dessen, was nicht deutsch ist. Die deutsche Sprache braucht dieses Wort nicht. Die Aussage von Petry ist völlig unnötig. Für die AfD ist sie nicht unnötig, sondern ein neuerlicher Versuch, den Patriotismus und Nationalismus weiter zu fördern und die Grenzen zwischen konservativen und rechtsextremen Positionen zu verwischen. Während die NPD nur für bekennende Rechtsextreme wählbar war, bietet die AfD inzwischen eine Wahloption, bei der Rückwärtsgewandtheit, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit als legitimiert erscheinen. Diese Entwicklung ist gefährlich. Sie zu ignorieren, wäre es ebenfalls.

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