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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: SPD-Chef erfindet die "gehetzte Generation" Goldsucher Gabriel Johann Vollmer

Bielefeld (ots) - Der SPD fehlt die goldene Idee. Volkspartei will sie (wieder) sein, doch nur ein Viertel der Wähler folgt ihr. Dabei suchen nicht nur die Sozialdemokraten, sondern alle Parteien nach einer gesamtgesellschaftlichen Vision. In Zeiten, in denen sich die klassischen sozialen Milieus auflösen und vererbte Parteimitgliedschaften in Familien zur seltenen Ausnahme geworden sind, bleibt als verbindendes Element für größere Gruppen - siehe "Stuttgart 21" - meist nur die Problemgemeinschaft auf Zeit. Dass nun SPD-Parteichef Sigmar Gabriel die 30- bis 50- Jährigen mit Kindern gleich zur "gehetzten Generation" zusammenschweißt, mag übertrieben sein. Im Grundsatz aber hat er recht. Quer durch alle Schichten erleben junge Familien und besonders junge Mütter den Druck durch berufliche Unsicherheit, finanzielle Schlechterstellung und die Unvereinbarkeit von Karriere und Privatleben. Doch Probleme nur zu benennen reicht für die Parteibindung nicht mehr aus. Hier liegt das Manko der SPD. Das Gespür für soziale Themen hat die Partei nicht verloren. Sollte sie auch Lösungen bieten, wird sie auf Gold stoßen - und Wähler schürfen können. Zumindest auf Zeit.

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