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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Misshandelte Flüchtlinge in NRW Schande Florian Pfitzner, Düsseldorf

Bielefeld (ots) - Sie türmten aus dem Maghreb, junge Männer aus Algerien und Marokko mit der Vorstellung, in Deutschland rechtsstaatlichen Schutz und menschenwürdigen Umgang zu finden. Mutmaßlich wurden sie in ihren Erwartungen bitter enttäuscht - durch eine Horde dumpfer Sadisten. Im arabischen Raum hat die Bundesrepublik besonders unter den einfachen Menschen einen hervorragenden Ruf. Häufig fällt der Blick auf die außenpolitische Ära unter Kanzler Gerhard Schröder: Es war nicht nur die Absage an eine militärische Beteiligung Deutschlands im Irakkrieg; es war auch der selbstbewusste Ton gegenüber den USA und ihrer sogenannten Koalition der Willigen, der aufhorchen ließ. Jetzt hat Deutschland sein eigenes Abu Ghraib - mitten in Nordrhein-Westfalen. Und die Zahl der misshandelten Flüchtlinge weitet sich aus: Private Sheriffs sollen jetzt auch in Bad Berleburg einen Heimbewohner schwer verletzt haben. Für die Einrichtungen in Burbach und Essen ist die Firma European Homecare zuständig, die den Sicherheitsdienst nach Angaben der Behörden dem Nürnberger Unternehmen SKI übertragen hat. SKI wiederum soll weitere Subunternehmer engagiert haben. Recht und Menschenwürde wurden dem Anschein nach also durch eine Kette von Auslagerungen zermahlen. Dabei hat die Bezirksregierung Arnsberg in ihrer Kontrollpflicht komplett versagt. Angesichts der Zurückhaltung des Ministeriums sieht es so aus, als hätten noch einige andere Aufseher ihre Freude daran gehabt, wehrlose Menschen zu erniedrigen. Es zeigt sich unerträglich deutlich, wie übel es um die nicht selten eklatant überfüllten Asylbewerberheime bestellt ist. Es fehlt in NRW an geeigneten Flüchtlingsunterkünften und vor allem an engagierten Menschen mit Empathie. Es reicht nicht, einfach irgendwelche muskelbepackten Wachleute vor die Tür zu stellen. Politisch verantwortlich für diesen zum Himmel schreienden Skandal ist die rot-grüne Landesregierung. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft schämt sich zu Recht für die Zustände in ihrem Land. In Düsseldorf sprechen viele von einer "Schande für Nordrhein-Westfalen". Dem ist nichts hinzuzufügen.

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