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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: NATO-Präsenz in Osteuropa Starke Worte Knut Pries, Brüssel

Bielefeld (ots) - Im Sommer 2012 versicherte Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, die EZB werde "tun, was immer nötig ist", um den Euro zu stabilisieren. "Und glauben Sie mir - es wird reichen!" Die starken Worte hatten durchschlagenden Erfolg: Die Finanzmärkte glaubten dem Italiener tatsächlich. Sie verzichteten fortan auf wilde Spekulation. NATO-Generalsekretär Rasmussen, dessen Organisation sich einer ähnlich massiven Herausforderung gegenübersieht wie weiland die EZB, bedient sich jetzt derselben Kraftformel. Leider ist höchst ungewiss, ob sie diesmal auch dieselbe Wirkung erzielt. Im Vergleich zu Wladimir Putin sind Börsenzocker vorsichtige und rational agierende Leute. Der russische Präsident hat bislang taktisch geschickt agiert. Strategisch - auf längere Sicht - ist sein Kurs das Dümmste, was man Russland antun kann. Putin könnte aus der angekündigten Aufrüstung der NATO-Ostflanke den Schluss ziehen, dass die Allianz es nötig hat - weil sie selbst nicht so sicher ist, dass die Ernstfallgarantie "Alle für einen" tatsächlich gilt. Von der nötigen Einsatzbereitschaft zur Kraftmeierei, die nach Bluff riecht, ist es nur ein winziger Schritt.

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