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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Ebola-Epidemie Tödlicher Staffellauf Johann Vollmer

Bielefeld (ots) - Es ist ein Schreckensszenario, wie man es nur aus Hollywood-Schockern kennt: ein extrem tödliches Virus, das sich rasend schnell verbreitet, stetig steigende Opferzahlen und die verzweifelte Suche nach Patient Zero, bei dem alles begann. Die jüngste Ebola-Epidemie hat all das. Und noch gruselt sich Europa nur ein wenig, als säße es im bequemen Kinosessel. So ist eben Afrika. Wild und unkon-trollierbar - und weit weg. Bei uns kann das doch alles so schlimm nicht kommen. Weit gefehlt. Laut der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" ist die Epidemie außer Kontrolle. Frühe Warnvorrichtungen existierten nicht. Vermutlich grassiert das Virus bereits seit Dezember 2013, immer mehr Patienten stecken in Westafrika Verwandte und Freunde an. Ein tödlicher Staffellauf. Doch der Westen hat nicht erst Ende 2013 den Start verpasst, etwas gegen die Seuche zu unternehmen. Ein Impfstoff existiert nicht, obwohl das Virus bereits seit 1976 bekannt ist. Für die - wie bewerben sie sich so schön - forschenden Pharmafirmen lohnt sich der Aufwand nicht. Zum Vorwurf kann man ihnen das kaum machen. Angebot und Nachfrage steuern die Marktwirtschaft. Ein neues Medikament kostet bis zur Marktreife mehrere hundert Millionen Euro. Und geschätzt nur eines von 10.000 Projekten wird überhaupt realisiert. Afrikas Ebola-Patienten haben da keine Lobby. Umso mehr ist es Aufgabe der staatlichen Forschung, hier einzuspringen. Doch die ist hoffnungslos unterfinanziert. Das Geld könnte als Solisteuer von der dick verdienenden Pharmaindustrie geholt werden. Die Politik muss es sich nur trauen.

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