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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Harte Kartellstrafen für Radeberger und Co. Zu wenig Transparenz MARTIN KRAUSE

Bielefeld (ots) - Kartelle sind Bündnisse von Konkurrenten, die sich zusammenschließen, um ihren Kunden in die Taschen zu greifen. Und zwar tiefer, als es im normalen Wettbewerb möglich wäre. Manchmal geben sich die Akteure offen zu erkennen, das Erdölkartell OPEC gelangte zu Berühmtheit. Doch meistens arbeiten Kartelle wie Geheimbünde im Verborgenen, weil ihre Mitglieder keine Staaten sind und ihr Tun verboten ist. In jedem Fall handeln Kartelle zum Nachteil der Verbraucher. Mildernde Umstände könnten vielleicht Bündnisse geltend machen, die sich in schrumpfenden Märkten bilden, weil sie Entlassungen und Pleiten verhindern wollen. Doch die Absicht ändert nichts an der Illegalität der Absprachen. Also sind die großen Erfolge der Kartelljäger zu begrüßen. Wenn da nicht die Unschuldsbeteuerungen der Bestraften wären: Leider sind die Kartellverfahren, bei denen es oft um Millionenstrafen geht, nur wenig transparent. Im Fall des Bierkartells soll es erst Treffen der Großbrauer gegeben haben und später Treffen auf regionaler Ebene - unter Mithilfe des Brauerverbandes, der daher mitbestraft wurde. Der Vorwurf steht im Raum, dass die Kronzeugenregelung missbraucht werden kann, Anschuldigungen ganz falsch sein können. Gut also, dass das Verfahren einer gerichtlichen Prüfung unterworfen werden kann.

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