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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Stationierungskonzept Patient überlebt ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Bielefeld (ots)

Das gibt es also auch noch in dieser häufig so dilettantisch wirkenden Regierung: den Typ des ruhigen, kompetenten Machers. Man muss nicht mit jeder Standortschließung im Besonderen oder der Bundeswehrreform im Allgemeinen einverstanden sein, aber man muss anerkennen, dass Verteidigungsminister Thomas de Maizière eine schwierige Aufgabe mit Bravour gelöst hat. Wie viel Porzellan ließe sich mit der Schließung von Standorten zerschlagen. Doch de Maizière hat seine Kriterien klar und nachvollziehbar gemacht: Funktionalität, Kosten, Attraktivität, Präsenz in der Fläche. Für jedes Detail hat er sich interessiert - bei Augustdorf war er erst zufrieden, als die Düsseldorfer Landesregierung sich schriftlich verpflichtete, die Naturpark-Interessen nicht über die militärische Nutzung zu stellen. Man kann dem CDU-Minister auch beim besten Willen nicht vorwerfen, seine Entscheidungen nach parteipolitischen Vorlieben getroffen zu haben. Sonst wäre kaum zu erklären, warum von der Reduzierung der Stützpunkte vor allem Schleswig-Holstein und Bayern betroffen sind. Nur ein Fleck prangt auf der ansonsten weißen Weste: Der ursprünglich von de Maizière geplante vollständige Umzug des Ministeriums von Bonn nach Berlin kommt (noch) nicht zustande, obwohl der Umzug schon aus Kostengründen dringend geboten wäre. Da haben dem Minister die Parteifreunde aus NRW dazwischengefunkt. Noch weiß niemand, wohin sich die Bundeswehr in Zukunft entwickelt. Die Zeit der langanhaltenden Kriegseinsätze wie in Afghanistan scheint sich dem Ende zu nähern. Aber die Truppe wird im Ausland präsent bleiben, nicht nur am Horn von Afrika, sondern etwa auch zur Absicherung des Friedens im Kosovo. Die Bundeswehrreform vollzieht sich insgesamt als eine Operation am offenen Herzen. Bisher hat der Patient gute Überlebenschancen.

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