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Neue Westfälische (Bielefeld): Sarrazins Entlassung Blick nach vorn richten BERNHARD HÄNEL

Bielefeld (ots) - Ein Buch ist zur Staatsaffäre geworden. Die Bundesbank will sie jetzt beenden und bittet Bundespräsident Christian Wulff, den Buchautor aus seinem Amt zu entlassen. Thilo Sarrazin wird abgesägt - als erster Vorstand in der Geschichte der Notenbank. Mit seiner Argumentation gegen Ausländer und Ausführungen über ein angebliches Juden-Gen hat der Polit-Provokateur den Bogen überspannt. Sarrazin geht in den Ruhestand, doch die Unruhe bleibt. Und beides ist auch gut so. Die überaus breite Zustimmung der deutschen Bevölkerung zu vielen Teilen der sarrazinschen Thesen hat gezeigt, dass die Bürger Gesprächsbedarf emfinden über den Zustand in der Republik. Das sind bei weitem keine Rassisten, sondern treue Wähler der im Bundestag vertretenen Parteien; von rechts bis ganz links. Diese teilweise tiefe Kluft zwischen Volk und Volksvertretern hat die heftige Debatte um Sarrazin aufgezeigt. Das war bitter, aber auch bitter notwendig. Wer jetzt meint, mit dem Rauswurf sei das Thema erledigt, irrt und handelt sträflich. Richtig gehandelt hat die Bundesbank. Sie hat zugewartet und zugehört. Am Ende blieb dem weltweit angesehenen Institut keine andere Wahl, als Schaden abzuwenden von der Bank. Denn als einer ihrer Repräsentanten ist Sarrazin unerträglich, weil schädlich. Jetzt gilt es eine objektive Zwischenbilanz der Integration in Deutschland zu ziehen und dann den Blick nach vorne zu richten. Zu dieser Bilanz gehören viele positive Erfahrungen, die Sarrazin bei seiner Schwarzmalerei verschwiegen hat. Sie hat Menschen verletzt, die sich engagieren. Etwa den Verein Mentor in Hannover, wo 1.500 Bürger erfolgreich Nachhilfe geben. Oder die TART-Stipendiaten in Gütersloh und Bielefeld. Fleißige und engagierte Migranten, die ein Juwel sind für diese Gesellschaft.

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