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Neue Westfälische: Neue Westfälische Bielefeld: Neue Afghanistan-Strategie Die allerletzte Chance ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Bielefeld (ots) - Nach acht Jahren militärischen Engagements in Afghanistan hat sich die Sicherheitslage verschlechtert. Noch nie sind so viele afghanische Zivilisten und westliche Soldaten bei Anschlägen der Taliban ums Leben gekommen wie 2009. Der Konflikt ähnelt in manchen Regionen immer stärker einem Krieg. In so einer Situation erschallt aus vielen Richtungen der Ruf nach sofortigem Abzug. Doch der würde mit großer Wahrscheinlichkeit das Land in einen Bürgerkrieg stürzen. Der könnte die Taliban zurück an die Macht bringen. Afghanistan wäre vielleicht bald wieder ein Rückzugsraum für Terroristen. Aber ein schlichtes "Weiter so" darf es nicht geben. Momentan scheint sich das Bewusstsein im westlichen Bündnis durchzusetzen, dass noch eine allerletzte Chance existiert, die Dinge zum Besseren zu wenden. Deshalb kristallisiert sich von den USA bis Norwegen eine Linie heraus, die den Fokus weniger auf die Bekämpfung der Taliban als auf die Ausbildung von Armee und Polizei, den Schutz der Bevölkerung und den zivilen Wiederaufbau legen will. Das ist ein Hoffnungsschimmer. Auch dass sich in der Bundesregierung alle betroffenen Ressorts gemeinsam auf diese Linie verständigt haben, ist ein Fortschritt. Man sollte sich aber keine Illusionen machen. Dass die Bundeswehr dichter an die Menschen heranrücken soll, dient zwar dem Schutz der Afghanen, bedeutet für die Soldaten aber auch ein höheres Risiko. Die neue Strategie muss sich in der Praxis erst noch bewähren. Die Taliban zeigen bisher keinerlei Neigung zur Mäßigung. Das Konzept der Bundesregierung verdient trotzdem eine Chance auf Umsetzung. Ob es für die SPD oder die Grünen politisch viel einbrächte, aus Prinzip dagegen zu sein, darf bezweifelt werden. Das grundsätzliche Nein mit Ausrufezeichen hat schließlich schon die Linke für sich gepachtet. Pressekontakt: Neue Westfälische News Desk Telefon: 0521 555 271 nachrichten@neue-westfaelische.de Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

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