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Neue Westfälische: KOMMENTAR Althaus leitet Kabinettssitzung Chaos in Erfurt PETER JANSEN

    Bielefeld (ots) - Was sich derzeit in Thüringen in Regierung und Landes-CDU abspielt, ist mit dem Begriff Chaos noch verniedlichend beschrieben. Wenige Tage nach seiner verheerenden Wahlschlappe legt Ministerpräsident und CDU-Chef Dieter Althaus mit sofortiger Wirkung alle Ämter nieder. Die beiden stärksten Ministerinnen einigen sich darauf, dass Sozialministerin Christine Lieberknecht Regierungschefin in einer Koalition mit der SPD werden soll, und dann taucht Althaus überraschend aus der Versenkung wieder auf, beansprucht den Chefsessel in Erfurt bis zur Bildung einer neuen Regierung für sich und leitet eine Kabinettssitzung. Althaus, der nach dem tragischen Skiunfall Anfang des Jahres auf viele Parteifreunde und Beobachter einen zunehmend befremdlichen Eindruck machte, weiß offenbar nicht mehr recht, was er tut und was er will. Sein Hinweis auf die Landesverfassung als Begründung für die vorübergehende Rückkehr ins Amt ist an den Haaren herbeigezogen und wirkt wie ein Zeichen von Realitätsverlust. Althaus kann nicht am Donnerstag zurücktreten und am Dienstag wieder amtieren. Wenn seine thüringischen Parteifreunde ihren angeschlagenen Exchef nicht zur Vernunft bringen, muss die CDU-Vorsitzende Angela Merkel eingreifen, um Schaden vom Land abzuwehren.

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