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Ostsee-Zeitung: Kommentar zur Verlängerung des Afghanistan-Mandats

    Rostock (ots) - Kernige Sätze formulieren, das kann Guido Westerwelle. Als frisch bestallter Außenminister hat er jetzt ein zackiges Wort an den afghanischen Präsidenten und Wahlfälscher Karsai adressiert. Der solle endlich gut regieren, die Korruption bekämpfen und dafür sorgen, dass afghanische Polizei und Armee möglichst rasch selbst die Sicherheit im Lande garantieren. Denn die internationale Schutztruppe könne nicht "bis zum Sankt Nimmerleinstag" am Hindukusch bleiben. Das war gut gebrüllt, aber nur ein Ausdruck der Hilflosigkeit. Nach bald neun Jahren hat die erfolglose Afghanistan-Mission den Rückhalt in der Bevölkerung weitgehend verloren, in Deutschland wie überall im Westen. Ein Rückzug Hals über Kopf verbietet sich, wäre er doch ein Triumph für die Taliban und Kaida-Terroristen. Also wird jetzt die "selbsttragende Sicherheit" herbeigeredet, die den Abzug ermöglichen soll. In Wahrheit ist das Land davon weit entfernt. Die Taliban können sich zurücklehnen. Sie wissen um die wachsende Ungeduld in den Nato-Ländern, die nun auch Westerwelle artikuliert hat. Die Zeit arbeitet für sie, dem Westen läuft sie davon.

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