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Ostsee-Zeitung: Quoten und Böen - Kommentar zum Deutschen Film

    Rostock (ots) - Am Jahresende wird Bilanz gezogen. Und in der deutschen Filmszene, die im Zuge der Ökonomisierung des öffentlichen Lebens vor allem eine Film-Wirtschaft geworden ist und von Quoten und Millionen abhängt, klopft man sich dann regelmäßig ein bisschen auf die Schultern, misst Werke in Quoten und betont: Deutsche Filme sind im Aufwind. Allerdings besteht der Aufwind 2008 aus wechselhaften Böen. Da ist der sensationelle Publikumserfolg von Til Schweigers Komödie "Keinohrhasen" auf der einen Seite, auf der anderen die künstlerisch weit unter den Erwartungen gebliebene Verfilmung von Thomas Manns "Buddenbrooks" durch Heinrich Breloer. Die "Buddenbrooks" sind ein typisches Beispiel für das, was Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff "Amphibienfilme" nannte: Produkte, die aus wirtschaftlichem Kalkül stark auf die Zweit- und Drittverwertung durch DVD und Fernsehen zugeschnitten sind und dabei auf subtile Kinoästhetik verzichten. Ein trauriger Trend. Vielleicht wäre das als die eigentliche Stärke des deutschen Films zu feiern: Dass er neben Quotenbringern eine beachtliche Vielfalt interessanter Werke ermöglicht - wie "Novemberkind" oder "Wolke 9"

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