PHOENIX

PROGRAMMHINWEISE
Samstag, 19. Mai 2001

    Bonn (ots) -
    
    Städteporträt
    12.45 Uhr Hansestädte
    
    Neues Leben hinter alten Mauern - Geschichten vom Leben in Lübecks
historischer Altstadt
    
    Der Film zeigt die altehrwürdige Hansestadt Lübeck von einer ganz
anderen Seite: Die Bewohner der wunderschönen Altstadthäuser öffnen
ihre Türen und präsentieren stolz, was den Touristen verborgen
bleibt, sprechen offen über Lust und Frust, solche Häuser zu
bewohnen. Die Zuschauer spüren hautnah den Charme der uralten
Patrizierhäuser.
    
    Auch in Lübeck hinterläßt der Zeitgeist seine Spuren. So ziehen
zum Beispiel immer mehr junge Menschen auf die Altstadtinsel.
Dorthin, wo früher das Gesinde der Kaufleute in ärmlichen Baracken
hauste, und viele Studenten wohnen mittlerweile dort, wo über
Jahrhunderte ausschließlich Kaufmannswitwen residieren durften, in
den Stiftshöfen im Herzen der Stadt.
    Film von Jess Hansen (2000)
    
    Zeitgeschichte
    14.00 Uhr Protestgeneration
    Gretchen K. verwitwete Dutschke
    
    Anfang der 60er Jahre kam die junge Amerikanerin Gretchen K. zum
Studium nach Deutschland. Hier lernte sie Rudi Dutschke kennen, den
sie 1966 heiratete. Niemand außer den engen Freunden kannte sie, die
Ehefrau des Idols der deutschen Studentenbewegung vor 25 Jahren.
    
    Am 12. Januar 1968 wird der Sohn Hozen Che geboren. Im April
desselben Jahres wird Rudi Dutschke von den Schüssen eines
Attentäters in Berlin getroffen und schwer verletzt. Für die Familie
beginnen harte Zeiten. Die Dutschkes gehen nach London, wo der
schwerkranke Vater behandelt wird. Er scheint zu genesen. 1971 erhält
der promovierte Soziologe einen Lehrauftrag an der Universität im
dänischen Aarhus. Auch Gretchen findet Arbeit an der Hochschule und
beschäftigt sich mit Ernährungsphysiologie. Das Leben scheint sich zu
normalisieren. Weihnachten 1979 - Gretchen ist im 5. Monat schwanger
- stirbt Rudi Dutschke am Heiligabend in Aarhus an den Spätfolgen des
Berliner Attentats.
    Gretchen bleibt bis 1985 in Dänemark und kümmert sich um die
Kinder. Dann kehrt sie mit ihnen in die USA zurück, um alles hinter
sich zu lassen. Doch die Erinnerungen an ihr Leben mit Rudi Dutschke,
die Freunde aus der Studentenbewegung sind stärker. Sie geht wieder
nach Deutschland. Heute kümmert sich Gretchen um den Nachlaß von Rudi
Dutschke und schreibt an einem Buch über ihren verstorbenen Mann.
    
    Film von Juliane Schuhler
    Auslandsreportage
    18.45 Uhr Chronik eines angekündigten Krieges
    Kolumbien - ein neues Vietnam
    
    1,6 Milliarden Dollar stellen die USA für den sogenannten "Plan
Colombia" zur Verfügung. Offiziell soll er dabei helfen, endlich den
Drogenbaronen in Kolumbien das Wasser abzugraben. Zum Plan gehören
u.a. massive Sprühaktionen mit biologischen
Pflanzenvernichtungsmitteln, um die Koka-Plantagen zu zerstören. In
Wirklichkeit aber zerstört das flächendeckende Sprühen alle Felder.
Die Bauern fliehen zu Tausenden in die Nachbarländer oder werden in
die Arme der Guerilla getrieben. Ein Szenario, das durchaus an den
Beginn des Vietnam-Krieges erinnert.
    
    Film von Rita Erben (2001)
    
    Geheimnisse der Welt
    19.15 Uhr Kaviar vom Kaspi-See
    Bei den Störfischern im Iran
    
    Fünf Uhr dreißig. Morgendämmerung am iranischen Südufer des
Kaspischen Meeres. Die Fischer von Bandar-e-Anzali fahren hinaus zu
ihren Stellnetzen. Nach dem Sturm der letzten beiden Tage sind die
Aussichten gut, in den Netzen Störweibchen mit einem Bauch voller
Eier zu finden, dem kostbaren Kaviar.
    
    Nasser Oktai begleitet sie. Auch er hofft auf einen guten Fang. Er
ist extra aus Teheran angereist, um den frischen Kaviar dieses
Frühjahrs zu verkosten. Nasser Oktai ist Kaviarhändler und als
Angestellter der staatlichen Kaviar-"Behörde" Shilat zuständig für
den Export der "schwarzen Perlen". Kaviar aus dem Iran gilt unter
Feinschmeckern als der beste der Welt. Die drei graugrün schimmernden
Hauptsorten Sevruga, Osietra und Beluga kosten zwischen 800 und 700
Mark pro 100 Gramm, der äußerst seltene goldene Almas-Kasviar sogar
über 1.000 Mark.
    Die Kamera begleitet Nasser Oktai beim Besuch von Fischerfamilien
und Störzüchtern, beobachtet den Fang, bei dem alles ganz schnell
gehen muss, den anschließenden Weg des Kaviars vom Fisch bis zur Dose
und die Verkostung durch die Experten. "Vorzüglich!" findet Nasser
Oktai. Nach erfolgreichem Einkauf fährt er durch Reisfelder und das
dichtbewaldete Elbursgebirge wieder zurück nach Teheran - zu seiner
Familie. Schließlich hat seine kleine Tochter Geburtstag.
    
    Film von Jörg Daniel Hissen (2001)
    
    Mein Ausland
    20.15 Uhr Afrika zwischen Busch und Moderne
    Von Edelsteinen, Elefanten und Erlösern
    
    Afrika ist ein Kontinent, dessen Weg zu Wohlstand und Demokratie
genauso mühselig, genauso blutig ist, wie der Weg Europas vor gar
nicht allzu langer Zeit. Aber es ist ein Weg nach oben, auch wenn er
nicht stetig und geradlinig verläuft.
    
    Dieser Film zeigt nur einige, aber typische Facetten der
afrikanischen Wirklichkeit: ein junges Paar auf der Insel Madagaskar,
das Edelsteine sucht und das "große Glück"; Wildhüter in Kenias
riesigem Tsavo-Park, die ihr Leben für den Schutz der Elefanten
riskieren - dem einzigen Waisenheim für Elefantenbabys weltweit; das
stille Leid der kleinen Leute zwischen den Fronten des
Äthiopien-Eritrea-Krieges; Nairobis meist besuchte Kirche mit einem
Prediger, der vorgibt, Todkranke zu heilen und Schwerverbrecher in
reumütige Sünder zu verwandeln; den Wunderbaum Johimbe in Kameruns
Regenwäldern, dessen Potenz stärkende Rinde Viagra  als ein blasses
Chemie-Surrogat erscheinen lässt; das erste Auto "made in Kenya", im
Volksmund "Put Put" genannt; schließlich einen 130-Jährigen vom Stamm
der Mberere am Fuß des Mount Kenya, dessen Güte und Weisheit mehr -
und anderes - über Afrika vermitteln als ein Dutzend
Katastrophenmeldungen.
    Film von Walter Heinz, ZDF-Studio Nairobi für PHOENIX (2000)
    
    Land und Leute
    21.45 Uhr Szene Straße
    Gib Gas, Kumpel - Fernfahrer im Termindruck
    
    Der Film begleitet zwei Brummi-Fahrer auf ihren Touren quer durch
Deutschland. Von Sonntag bis Freitag sind die Fernfahrer Raimund und
Schorki unterwegs zwischen Nord- und Süddeutschland. Wo sie was
beladen sollen, erfahren sie von ihrer Spedition kurzfristig über
Telefon. Und immer soll es schnell gehen. Die Spedition ist ein
mittelständischer Betrieb in der Nähe von Hamburg. 36 LKW müssen die
beiden Disponenten jeden Tag verplanen. Ab morgens um sieben laufen
die Telefone heiß: Sind die Fahrer vor Ort? Gibt es Verspätungen? Wer
kann am schnellsten bei nächsten Kunden sein und aufladen? Zeit ist
Geld, und Leerkilometer darf es nicht geben.
    
    Ob Papier, Holz oder Kugelschreiber - alles Termingeschäfte. Der
Kunde bestellt erst, wenn er die Ware braucht - das spart Kosten. Das
größte Lager ist mittlerweile die Autobahn.
    
    Film von Dörte Schipper und Gregor Petersen (2000)
    fotos über www.ard-foto.de
    
    23.15 Uhr Kinder, Kader, Kommandeure
    
    Die Geschichte der DDR - erzählt mit den Bildern sozialistischer
Wochenschauen und Propagandafilme. Eine spannende, erkenntnisreiche,
komische und traurige Zeitreise. Die DDR-Propaganda entlarvt nicht
nur sich selbst, sie zeigt in den Gesichtern der Menschen auch genau
die Gefühle und Regungen, die man nicht sehen durfte. Die Dokumente
belegen auch den Wandel vom Antimilitarismus zum Militarismus; manche
Bilder von Massenaufmärschen und -veranstaltungen erinnern an die
Nationalsozialisten.
    
    Authentisch, unterhaltsam und originell wie kaum ein anderer Film
über die DDR wird hier ein Kapitel deutscher Geschichte beleuchtet,
das mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 endgültig
abgeschlossen wurde.
    Dokumentarfilm von Wolfgang Kissel und C. Cay Wesnigk (1995)
    
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