PHOENIX

PHOENIX PROGRAMMHINWEIS
Freitag, 7. Juli 2000

Köln (ots) - 8.15 Uhr und 13.30 Uhr Papa allein zu Haus Die Männer von heute sind vorbildliche Familienväter. Sie kümmern sich um den Nachwuchs, gehen auf Spielplätze und scheuen sich nicht, schmutzige Windeln zu wechseln. Die Frauen wollen mehr. Sie gehen in den Beruf zurück, die Männer sollen im Erziehungsurlaub zu Hause bleiben. Das tun rein statistisch nur 1,8 Prozent, und das oft mit großen Ambivalenzen. Kein Wunder, denn die Praxis als Hausmann ist schwieriger als alle emanzipatorische Theorie. Nicht nur der ungewohnte Alltag, sondern auch Mitleid und Spott von Kollegen und Verwandtschaft sind zu verarbeiten. Das gelingt den Männern unterschiedlich gut. Sie erleben täglich, dass die alten Rollenklischees immer noch funktionieren, dass man als Hausmann vor sich und den anderen in einer permanenten Rechtfertigungs- und Verteidigungshaltung lebt. Die Männer in der Sendung kommen aus unterschiedlichen Berufen und Schichten, sind zum Beispiel Chef vom Dienst beim Hörfunk oder Chemie-Manager gewesen, Polizeibeamter und Sachbearbeiter. Aber für alle ist es gleichermaßen schwierig, eine neue Identität jenseits der beruflichen auszubilden. Und es gelingt nur selten, die Umwelt vom Sinn des Rollentausches und dem berechtigten Anspruch der Ehefrau zu überzeugen. Ein Film von Silvia Stenger und Vladimir Majdandzic. 19.15 Uhr Der Algerienkrieg: Kampf an vielen Fronten Der Krieg um die Unabhängigkeit Algeriens von Frankreich (1954 bis 1962) wurde von beiden Seiten mit äußerster Grausamkeit geführt. Frankreich geriet dabei an den Rand des Bürgerkriegs. Der Film zeigt, dass auf beiden Seiten Deutsche in den Krieg verwickelt waren, und dass der Kampf auch auf deutschem Boden ausgetragen wurde. Französische und deutsche Sympathisanten bauten in Europa Unterstützernetze für die algerische Befreiungsfront FLN auf. Sie sammelten Geld und transportierten es als "Kofferträger". Deutsche Helfer mieteten konspirative Wohnungen und schleusten Untergrundkämpfer über die Grenzen. Der Krieg belastete auch die gerade erst begonnene französisch-deutsche Aussöhnung. Weil die deutsche Regierung jede Verwicklung in den Algerienkonflikt vermeiden wollte, fühlten sich die Regierungen Frankreichs von den deutschen Verbündeten im Stich gelassen. Deutsche waren aber auch an den Kämpfen in Algerien beteiligt. Über 70 Prozent der Fremdenlegionäre, die dort für Frankreich kämpften und starben, kamen aus Deutschland. Viele der gefürchteten Söldner wollten dem Krieg entkommen. Deshalb organisierten Pazifisten und deutsche Sympathisanten der FLN ein Netzwerk, das Tausenden von Legionären zur Desertion verhalf und auch französische Wehrpflichtige unterstützte, die sich dem Krieg entzogen. Der Film macht deutlich, dass der Kampf um die algerische Unabhängigkeit eine historische Premiere war: Die Zugehörigkeit zur einen oder anderen Seite wurde nicht mehr automatisch durch die Nationalität vorherbestimmt. Film von Ute Bonnen und Gerald Endres. Rückfragen: PHOENIX Kommunikation, Telefon 0221-220-8477, Fax 0221-220-8089 Original-Content von: PHOENIX, übermittelt durch news aktuell

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