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Böhmer beklagt lückenhaften Kenntnisstand der Schüler über deutsch-deutsche Vergangenheit
Buchautor Welsch warnt vor anhaltender Verklärung der DDR

    Bonn (ots) - Wolfgang Welsch, Autor des Buches "Ich war Staatsfeind Nr.1", hat eine anhaltende Verklärung der DDR beklagt. In der PHOENIX Runde (Ausstrahlung heute 22.15 Uhr) sagte er: "Natürlich wird die DDR verklärt. Die gesamtdeutsche Amnesie ist schon so groß geworden ist, dass mit dem neuen Ministergesetz über die so genannten Ehrenpensionen vergessen wird, dass die Begünstigten - oder mindestens einige darunter - sehr stark Stasi-belastet sind." Es sei ein "beschämender Zustand", dass etwa in Schulbüchern "die Vergangenheit mit nicht mehr als zwei Seiten abgehandelt wird." Ebenfalls in der PHOENIX-Sendung warnte der Ministerpräsident von Sachsen Anhalt, Wolfgang Böhmer (CDU), davor, die DDR "so schön zu reden, als ob das eine Form von Demokratie oder Rechtsstaat gewesen wäre." Dadurch würden Begriffe verwischt. Weiter sagte Böhmer, er erlebe auch den von Klaus Schröder in seiner jüngsten Untersuchung festgestellten "sehr unterschiedlichen und zum größten Teil lückenhaften Kenntnisstand der Schüler in West- und Ostdeutschland über die gemeinsame Vergangenheit im geteilten Deutschland." Dies sei außerordentlich bedenklich. Viele Schüler beklagten, dass in der Schule kaum über die Probleme der gemeinsamen deutschen Vergangenheit gesprochen werde, so der Ministerpräsident. Der Linkpartei-Abgeordnete Roland Claus erklärte in der Sendung, er habe festgestellt, dass "die Ostdeutschen seit fünf, sechs, sieben Jahren ihr Selbstbewusstsein wiederentdeckt haben, das heißt, dass sie sich nicht über andere ihr Leben in der DDR und danach definieren lassen." Weiter sagte Claus: "In dem Maße, wie eine Deutungshoheit über die DDR als ausschließlich Diktatur, als ausschließlich Verfolgung so von vielen doch als Lebensalltag nicht wahrgenommen wurde, wehren sie sich, indem sie selbstbewusst hervorkehren, was sie auch an Lebensleistungen eingebracht haben."

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