Greenpeace e.V.

Pottwalstrandung vor Friedrichskoog
Greenpeace: Möglicher Zusammenhang mit Ölplattformen in der Nordsee

    Hamburg (ots) - Die gestern Abend an der Nordseeküste vor
Friedrichskoog gestrandeten Pottwale stehen vermutlich im
Zusammenhang mit den seismischen Untersuchungen und den Bohrungen
nach Öl und Gas auf hoher See. Dies erklärte Greenpeace heute früh in
Hamburg. Danach steht vor allem die Erschließung neuer Ölfelder
westlich der Shetland Inseln im Verdacht, derart starke akustische
Signale zu erzeugen, dass die hochsensiblen Wale die Orientierung
verlieren. Die Tiere, sind sie einmal gestrandet, haben nur sehr
geringe Überlebenschancen, weil sie durch ihr hohes Eigengewicht
schnell ersticken. In den letzten zehn Jahren sind in der Nordsee 98
Pottwale gesichtet worden, davon strandeten 82. Greenpeace ist mit
Schlauchbooten vor Ort, um die Tiere genauer zu untersuchen und
Menschen über die Hintergründe zu informieren.
    
    "Immer mehr Wale verirren sich in die Nordsee", sagt
Greenpeace-Waleexperte Thilo Maack. "Der Zusammenhang mit der Öl -und
Gasindustrie in der Nordsee liegt auf der Hand, muss aber nicht
unbedingt auch für die drei Pottwale gelten, die gestern gestrandet
sind. Wir wollen herausfinden, warum diese drei Tiere starben."
    
    Greenpeace wird versuchen, vor der Bergung der Tiere Gewebeproben
zu nehmen, um sie auch nach Schadstoffen oder auf möglichen
Parasitenbefall zu untersuchen. Maack: "Nur wenn man die Gründe der
Strandungen kennt, kann man den Pottwalen in Zukunft helfen." In der
Nordsee stehen rund 400 Öl- und Gasplattformen, die jedes Jahr rund
10.000 Tonnen Öl und 100.000 Tonnen Chemikalien einleiten.
    
    Im Januar 1998 war es Greenpeace Aktivisten zusammen mit der
Wasserschutzpolizei gelungen, drei von sechs verirrten Pottwalen vor
St. Peter Ording wieder ins tiefe Wasser zu leiten und damit vor dem
qualvollen Tod am Strand zu bewahren. Es ist immer noch wenig darüber
bekannt, wie sich Wale auf ihren Wanderungen genau orientieren. Klar
ist, dass sich die Pottwale verirrt haben müssen, wenn sie in die
flache Nordsee schwimmen. Normalerweise ziehen sie nordwestlich an
Schottland und Irland vorbei.
    
    
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