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Cogema lügt - Bretagne und Nordsee werden radioaktiv verseucht / Gerichtsprozess startet heute gegen den Export von Atommüll nach La Hague

    Hamburg/Frankfurt/M. (ots) - Der Betreiber der so genannten
Wiederaufarbeitungsanlage im französischen La Hague, Cogema, lügt,
wenn er den gestrigen TV-Bericht von "Report Mainz" bestreitet. Darin
wurde klipp und klar belegt, dass von der Anlage überhöhte
Strahlenwerte ausgehen. Die Cogema verseucht mutwillig die Bretagne
rund um La Hague und die Nordsee radioaktiv und gefährdet
Menschenleben. Außerdem verstoßen die deutschen Stromkonzerne mit dem
Export des Atommülls in die so genannten Wiederaufarbeitungsanlagen
in La Hague und Sellafield, Großbritannien, gegen das deutsche
Atomgesetz - bis jetzt mit Duldung der Bundesregierung. Dagegen
startet heute in Frankfurt ein Gerichtsprozess, den Greenpeace mit
Rechtsbeistand für die klagende Person unterstützt.
      
    Greenpeace-Atomexpertin Susanne Ochse: "Der Bruch des Atomgesetzes
durch die Energie-Konzerne ist ein Verbrechen und kein
Kavaliersdelikt. Darüber darf die Bundesregierung nicht großzügig
hinweg sehen. Die Atomstrom-Konzerne müssen die illegalen
Atomtransporte in die so genannten Wiederaufarbeitungsanlagen La
Hague und Sellafield sofort beenden. Ein offener Gesetzesbruch der
Atomindustrie darf von Kanzler Gerhard Schröder nicht ignoriert
werden. Ansonsten wird nicht nur die Umwelt geschädigt, sondern auch
das Vertrauen der Menschen in den Rechtsstaat. Oder erlaubt der
Kanzler ausdrücklich, dass die Atomindustrie ein Gesetz bricht?"
    
    Laut "Report Mainz" kommt das Öko-Institut Darmstadt in einem
Gutachten für das Bundesumweltministerium vom Februar 2000 zu dem
Ergebnis, dass die Strahlung in La Hague den deutschen Grenzwert um
das Siebenfache überschreitet, in Sellafield sogar um das
Zwanzigfache. Damit bestätigt das Gutachten die Einschätzung von
Greenpeace zur Umweltverseuchung an den berüchtigten
Plutoniumfabriken.
    
    Heute startet vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt der
Gerichtsprozess eines Franzosen aus der Umgebung von La Hague gegen
die Einfuhr von deutschem Atommüll. Hauptargumente: Die Cogema
verseucht die Umwelt radioaktiv und gefährdet die Gesundheit von
Menschen.
    
    Greenpeace-Taucher hatten 1997 und 1998 Proben aus dem Meeresboden
rund um die Abwasserrohre in La Hague und Sellafield entnommen. Die
Analysen beweisen, dass der Meeresboden an manchen Stellen so stark
verseucht ist, dass er in Deutschland als Atommüll in einem Endlager
deponiert werden müsste.
    
    Obwohl die so genannte Wiederaufarbeitung nach deutschen Recht
illegal ist, wollen die deutschen Stromkonzerne RWE, E.on, HEW und
Energie Baden-Württemberg (EnBW) allein in diesem Jahr über 70
Behälter mit Atommüll nach Frankreich und Großbritannien verschieben.
Bereits in der nächsten Woche sollen voraussichtlich aus den
Atomkraftwerken Biblis und Philippsburg je zwei Atom-Behälter
(Castoren) nach La Hague verschoben werden.
    
    
    
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