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Greenpeace: Verkehrsminister Bodewig mitverantwortlich für Tanker-Havarie in der Ostsee

    Hamburg (ots) - Anlässlich des Öltanker-Unglücks in der Ostsee
wirft Greenpeace Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig vor, die
Sicherheit der Schifffahrtswege sträflich zu vernachlässigen. "18
Schiffsunglücke gab es in den letzten zehn Jahren allein auf diesem
Schiffsweg. Verkehrsminister Bodewig ist mitverantwortlich für die
jüngste Tanker-Havarie. Viel zu wenig wurde bislang unternommen, um
die Schifffahrt in der Region sicherer zu machen", sagt Dr. Christian
Bussau, Ölexperte bei Greenpeace.
    
    Seit zehn Jahren ist bekannt, dass die Kadetrinne, der
Schifffahrtsweg zwischen der dänischen Insel Falster und der Küste
von Mecklenburg-Vorpommern, für Schiffe gefährlich ist. Jahrelang
haben es Deutschland, Dänemark und die anderen Anrainerstaaten der
Ostsee versäumt, für mehr Sicherheit zu sorgen. Greenpeace fordert
Minister Bodewig auf, unverzüglich zu handeln und die Sicherheit für
die deutschen Küsten zu erhöhen.
    
    Bodewig hätte bereits eine wichtige Maßnahme kurzfristig in
Absprache mit Dänemark umsetzen können: Ein Feuerschiff, das im
Bereich der Kadetrinne läge, könnte als Verkehrszentrale,
Beobachtungs- und Meldestation dienen und mit Leuchtfeuern und
Nebelsignalen den Schiffen Orientierung geben. Dieses Schiff würde
die Sicherheit wesentlich erhöhen, bis in Rostock ein
Weitbereichsradar installiert wäre. Ab 1.7.2002 würden dann die
Regeln der Internationalen Meeresschutzorganisation (IMO) in Kraft
treten, die einen Schiffsdatenschreiber (Black Box) und ein System
zur Identifizierung von Schiffen vorschreiben.
    
    Auch nach dem Pallas-Unglück vor zwei Jahren gibt es bislang keine
zentrale deutsche Küstenwache, welche die Kräfte von Bund und Ländern
bündelt sowie den Einsatz der Rettungshubschrauber, der Flugzeuge zur
Ölaufklärung, der Feuerlöschboote, Ölbekämpfungsschiffe und der
"Deutschen Gesellschaft für die Rettung Schiffbrüchiger" zentral
führt. Außerdem gibt es kein "Safe Haven"-Konzept für Häfen in
Deutschland, in die Havaristen geschleppt werden können. Ein
Schlepper mit einer Zugstärke von über 110 Tonnen fehlt für
Noteinsätze bislang in der Ostsee.
    
    Eine Lotsenpflicht für Gefahrgut-Transporte und Schiffe mit mehr
als zehn Meter Tiefgang müsste mit den Anrainerstaaten verhandelt
werden. Auch eine Meldepflicht für passierende Schiffe muss auf
internationaler Ebene durchgesetzt werden.
    
    Greenpeace verschafft sich seit heute Mittag mit dem Schiff
"Beluga" vor Ort einen Überblick über das Ausmaß der Ölverschmutzung,
die bei der Havarie der "Baltic Carrier" gestern entstand.
    
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