Greenpeace e.V.

Greenpeace legt 7500 Einsprüche gegen Embryo-Patent vor
Umweltschützer wollen Patent auf die Züchtung menschlicher Embryonen stoppen

München (ots) - Mit 7500 Einsprüchen von Bundesbürgern und Organisationen will Greenpeace das widerrechtlich erteilte Patent auf die Züchtung menschlicher Embryonen stoppen. 50 Greenpeace-Aktivisten überreichen dem Europäischen Patentamt (EPA) in München heute einen Sammeleinspruch gegen das Keimbahn-Patent, das Greenpeace im Februar aufgedeckt hatte. Da die Einsprüche einzeln abgegeben werden, wird die Aktion den ganzen Tag dauern. Als Warnung vor der Patentierung von Leben hat Greenpeace neben dem Eingang des Amtes eine neun mal drei Meter große Stellwand errichtet mit Bildern von Weizen, Schaf und einem Baby, denen ein Patent-Clip eingesetzt wurde. "Noch nie haben so viele Menschen Einspruch gegen ein Patent eingelegt", sagt Christoph Then, Gentechnikexperte von Greenpeace. "Der Sammeleinspruch unterstreicht die breite Ablehnung der Öffentlichkeit gegen die Praxis des Amtes, Patente auf Lebewesen zu erteilen." Der Sammeleinspruch gegen das Keimbahn-Patent wurde unter anderem von Ärzten und Professoren, Politikern und Vertretern der Kirchen unterzeichnet. Das EPA selbst hat die Erteilung des Patents als "schweren Fehler" bezeichnet und zum Einspruch aufgerufen, da es seine Entscheidungen nicht selbst zurücknehmen kann. Die Arbeit des EPA wurde heftig kritisiert von Vertretern aller Parteien im Bundestag, der Bundesregierung, der Europäischen Kommission, Ärztekammern, mehreren Bistümern und Vertretern des Vatikan. Die Bundesjustizministerin, kirchliche Einrichtungen und das Europäische Parlament haben darüber hinaus eigene Einsprüche angemeldet. "Dieses Patent ist kein Versehen. Das EPA erteilt seit Jahren Patente auf Lebewesen. Was in den achtziger Jahren mit Bakterien begann, macht nun nicht mal vor dem Menschen Halt", betont Then. "Die Prüfer genehmigen fast alles, was ihnen die Industrie vorlegt. Das Amt ist völlig außer Kontrolle geraten. Dem EPA müssen Schranken gesetzt werden, bevor es alles Erbgut von Pflanzen und Tieren an die Gen-Industrie verschachert. Eine Behörde darf mit Patenten auf Leben nicht klammheimlich eine Entwicklung vorantreiben, die so weitreichende Folgen für die Menschen hat." Wie ungeniert das EPA derzeit Patente erteilt, wurde vergangene Woche bei einer Verhandlung über ein Patent der Firma Monsanto auf Saatgut und Pflanzen deutlich. Greenpeace hatte 1997 einen Einspruch gegen ein Patent des Gen-Konzerns eingereicht, weil das Europäische Patentübereinkommen die Patentierung von Pflanzensorten verbietet. Obwohl der Saatgut-Konzern in der Verhandlung zugab, dass sein Patent Pflanzensorten umfasst, wies das EPA den Einspruch von Greenpeace zurück. ots Originaltext: Greenpeace Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Christoph Then, Tel. 0171-8780 844, Gentechnik-Expertin Imke Ide, Tel. 0171-8780 834, oder Pressesprecher Michael Hopf, Tel. 040-30618-345. Internet-Info: www.greenpeace.de Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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