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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Krones: Eine Frage der Distanz von Martin Anton

Regensburg (ots) - Der Wechsel von Volker Kronseder in den Krones-Aufsichtsrat scheint folgerichtig. Doch ist er nicht unproblematisch. Natürlich: Kein anderer Kandidat kennt den Konzern besser als der 63-Jährige, der sozusagen sein ganzes Leben bei dem Maschinenbau-Unternehmen verbracht hat. Und es ist verständlich, dass die Familie Kronseder in ihrer Firma weiterhin eine aktive Kontrollfunktion wahrnehmen will, jenseits der Aktienmehrheit. Doch liegt darin auch die Gefahr des Wechsels. Kronseder kommt direkt aus dem aktiven Geschäft, seine "Cooling-Off-Periode" betrug nur sechs Monate. Sein Nachfolger Christoph Klenk ist unter seiner Führung im Unternehmen groß geworden. Sollte sich der ehemalige Chef künftig einmischen, würde er das sicher zum Wohl des Unternehmens tun - im Sinne seines Postens wäre das aber nicht. Das Kontrollgremium des VW-Konzerns dient hier als Negativ-Beispiel. Generell ist es besorgniserregend, dass das Ignorieren der im Aktiengesetz vorgesehenen Abkühlphase in Deutschland eher zur Regel als zur Ausnahme gehört. Krones ist als Familienunternehmen erfolgreich geworden. Für eine Aktiengesellschaft gelten aber besondere Regeln.

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