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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Christine Schröpf zu den bayerisch-tschechischen Beziehungen

Regensburg (ots) - Die bayerisch-tschechischen Beziehungen, auf Regierungsebene erst 2010 nach langer diplomatischer Eiszeit erneuert, sind zur schönen Selbstverständlichkeit geworden. Sie sind trotz der schweren gemeinsamen Vergangenheit wetterfest - die Gespräche von Bayerns Regierungschef Horst Seehofer verlaufen dieser Tage mit dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Bohuslav Sobotka genauso intensiv, wie früher mit dessen konservativen Amtsvorgänger Petr Necas. Doch das ist nicht genug. Ein wichtiges Projekt für ein weiteres Zusammenwachsen im Alltag ist aber unerledigt: Beim Ausbau der Infrastruktur, konkret des Zugverkehrs zwischen beiden Ländern, gibt es massiven Aufholbedarf. Wer mit dem Zug nach Prag fährt oder von der tschechischen Hauptstadt nach Bayern, sollte sich noch immer besser für den Rest des Tages nicht allzu viel vornehmen. Beschämenderweise läuft es mit der schnelleren Bahnverbindung genauso schleppend, wie vor Jahren beim Lückenschluss der A 6 zwischen Amberg und Prag. Auch da war Tschechien treibende Kraft. Der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, fordert zu Recht ein Verkehrsprojekt "Europäische Einheit" mit der Oberpfalz als Angelpunkt. EU, Bund und Bayern - alle sind gefordert, damit es auch auf deutscher Seite ohne Verzögerung vorangeht. Seehofer muss es zu seiner persönlichen Sache machen. Mit seinem ersten Besuch 2010 in Prag hat er das wohl wichtigste Kapitel seiner Amtszeit geschrieben. Doch es ist unvollendet.

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