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Mittelbayerische Zeitung: Der Neben-Regent
Kommentar zum Machtkampf in der CSU

Regensburg (ots) - Horst Seehofer hat Markus Söder so zurechtgestutzt, wie es jeder machtbewusste Chef machen würde, dem ein Mitarbeiter fortgesetzt und lustvoll gegen das Schienbein tritt. Seit Monaten bringt sich Finanzminister Markus Söder mit Statements zu Gott und der Welt als Neben-Ministerpräsident in Stellung. Seehofer hat das mit wachsendem Groll verfolgt. Das Machtwort war aber erst fällig, als sein Kronprinz in spe nach den Attentaten von Paris verbal völlig entgleiste und seine verfehlte Verquickung von Terror und Zuwanderung bundesweit als CSU-Linie wahrgenommen wurde. Dabei hatten Seehofer und der CSU-Vorstand beides ausdrücklich und zu Recht nicht vermengt. Söder hat sich mit seiner Position isoliert. Viel Rückhalt vom rechten Rand in sozialen Netzwerken ändert daran nichts. Im Gegenteil: Der Beifall von falscher Seite sollte ihm zu denken geben. Söder zeigt sich nun zerknirscht. Es wird sich zeigen, wie lange dieser Anflug von Demut anhält. Tatsächlich hat sich in dieser Debatte erneut gezeigt, was Söders größtes Manko ist: Es ist er selbst und sein fataler Hang, nicht zu spüren, wo er Grenzen verletzt. Große Mitleidsbekundungen für den von Seehofer Gescholtenen sind deshalb fehl am Platz. Wer es gut mit ihm meint, sollte ihn lieber zum Nachdenken in Klausur schicken.

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