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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Dagmar Unrecht zur Familiensynode im Vatikan

Regensburg (ots) - Ab Sonntag werden Bischöfe aus der ganzen Welt in Rom über den künftigen Kurs in der Familienpolitik diskutieren. Homo-Ehe, Scheidung, Abtreibung, Verhütung - die Liste der Streitthemen ist lang. Die Meinungen der Kirchenmänner gehen weit auseinander, das wurde schon vor einem Jahr beim Vorbereitungstreffen deutlich. Während die Konservativen am traditionellen Ehe- und Familienbild festhalten, vertreten andere Würdenträger - gerade aus Deutschland - modernere Positionen. Papst Franziskus hat die heikle Aufgabe, zwischen beiden Lagern zu vermitteln. Er muss die Einheit der Kirche erhalten und zugleich ihre Öffnung vorantreiben - ein schwieriger Spagat . Als Global Player ist die Katholische Kirche je nach Region mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert. In Europa laufen ihr die Gläubigen in Scharen davon. Der rigide Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen oder die altmodischen Ansichten über Sexualität passen nicht zur Lebenswirklichkeit vieler Christen in Europa. Sie kehren der Kirche den Rücken, weil sie sich nicht verstanden fühlen. Zudem findet Glaube oder Sinnsuche immer mehr im Privaten statt, ohne Amtskirche. Einen radikalen Kurswechsel wird es im Vatikan sicher nicht geben. Doch allein das Einberufen der Synode unterstreicht den Reformwillen des Papstes. Ob er sich durchsetzen kann, muss sich zeigen.

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