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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Ukraine-Konflikt: Russland ist am Zug, von Nina Jeglinski

Regensburg (ots) - Seit Sonntagmorgen schweigen die Waffen in der Ost-Ukraine, doch jeder in Kiew fragt sich, ob die Waffenruhe dieses Mal wirklich von Dauer ist. Einzig Moskau kann diese Frage beantworten. Läge dem Kremlchef etwas an einer Deeskalation in der Ost-Ukraine, dann wäre Putin doch der Erste, der den Krieg dort beenden könnte. Die Frage ist: Will er das? Nicht nur die westlichen Verhandlungspartner von Minsk, Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Hollande, sind mehr als skeptisch. Die Kiewer Führung hat fast gar kein Vertrauen in Putin. Während der Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt murmelte Präsident Poroschenko, eingefangen von TV-Mikrofonen, seinem Gastgeber, Präsident Lukaschenko, zu: "Es ist schwer. Er (Putin) spielt ein unehrliches und schmutziges Spiel." Lukaschenko, der seit Jahren am Tropf Moskaus hängt, antwortete: "Ich weiß, ich weiß, und alle anderen wissen es auch." Zwar schweigen die Waffen seit Null Uhr Ortszeit in den allermeisten Gebieten in der Ost-Ukraine, aber bis zum Frieden ist es noch ein weiter Weg. Gestern gab es wieder Hinweise darauf, dass Russland die pro-russischen Separatisten zu neuen militärischen Aktionen anleitet. Poroschenko pocht auf die Einhaltung der Minsker Vereinbarungen, andernfalls werde er landesweit das Kriegsrecht ausrufen. Ein solcher Schritt würde unweigerlich die Waffen-Lieferungen aus den USA nach Kiew zur Folge haben. Es liegt an Präsident Putin, ob er es so weit kommen lassen will.

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