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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Heinz Gläser zur "Sportler des Jahres"-Wahl

Regensburg (ots) - Generell ist gegen die Kür von Maria Höfl-Riesch und Robert Harting wenig einzuwenden. Beide drückten ihren Sportarten auch 2014 den Stempel auf. Wenn sich jetzt trotzdem Unmut über die traditionelle Auszeichnung am Jahresende regt, dann wegen der routinierten Zwangsläufigkeit, mit der die Preise ihre Träger suchen. Es trifft eben zumeist die üblichen Verdächtigen. Typen, die das Rampenlicht suchen. Maria Höfl-Riesch ist nicht nur eine geniale Skifahrerin, sondern auch mit dem Talent zur Selbstvermarktung gesegnet. Diskus-Riese Robert Harting polarisiert gerne und ist nie um einen starken Spruch verlegen. Ein betont introvertierter Zeitgenosse wie der Kombinierer Eric Frenzel hat da schnell das Nachsehen, zumal dann, wenn er eine nicht wirklich breitenwirksame Sportart betreibt. Wir Sportjournalisten fordern gerne Courage von den Athleten ein. Bei dieser Abstimmung lassen wir diese Tugend regelmäßig vermissen. Die fünfmalige Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber wäre nach allen Gesichtspunkten eine logische Wahl gewesen. Für die sympathische Niederbayerin reichte es nur zu Rang vier. Die vielleicht einmalige Chance, mit der Wahl einer Behindertensportlerin ein Zeichen zu setzen, ist damit verstrichen.

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