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Mittelbayerische Zeitung: Kein Verbrecher

Regensburg (ots) - Von Mario Geisenhanslüke, MZ

Es sei eine Dummheit gewesen, sagt Marco Reus. Dumm ist aber auch dieser Satz: Denn jahrelang mit PS-starken Boliden herumzufahren, ist weit mehr als eine Dummheit. Es ist eine Straftat. Fakt ist: Fußballer sind nur Menschen. Doch haben sie eine Vorbildfunktion - vor allem für junge und beeinflussbare Menschen. Es ist wichtig, dass Reus einsichtig ist und offensiv vertritt, was er da - im Klartext - für großen Mist gebaut hat. Fakt ist aber auch: Reus hat gegen Gesetze verstoßen - und ist im Rahmen dieser Gesetze bestraft worden. Kaum war der Fall publik, schimpften bereits einige im Internet über den "Promibonus" oder zogen Parallelen zum Fall Hoeneß - mit der Begründung: Bei einer Geldstrafe mit 91 Tagessätzen ist man vorbestraft, Reus' Strafbefehl beläuft sich auf 90. Jeder, der so argumentiert, hat die Grundsätze unseres Rechtsstaates schlicht und einfach nicht verstanden. Reus muss eine Rekordstrafe zahlen, Reus ist Ersttäter, Reus wird rechtmäßig bestraft: Reus ist kein Verbrecher. Fragen muss sich aber auch das Umfeld des Fußball-Profis, was schief gelaufen ist. Reus' Berater, seine Eltern - dass niemand von dem fehlenden Führerschein gewusst hat, ist zumindest sehr unwahrscheinlich. Es toleriert zu haben, wäre verantwortungslos. Und auch der BVB muss intern nachhaken, warum das bei der Dienstwagen-Vergabe nicht aufgefallen ist - und die Sache nicht, wie Jürgen Klopp, kleinreden. Sollte sich außerdem der Verdacht erhärten, dass Reus sich bewusst einen gefälschten Führerschein besorgt hat, bekäme der Fall noch eine ganz andere Dimension.

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