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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu den Aussagen von Sibylle Lewitscharoff - von Marianne Sperb

Regensburg (ots) - Sibylle Lewitscharoff liegt falsch. Abscheulich ist nicht die künstliche Befruchtung, die Paaren beim Wunsch nach einem gemeinsamen Kind hilft. Abscheulich waren die NS-Heime, die die Dominanz des nordischen Prachtmenschen zum Ziel hatten. Welcher Teufel hat die Büchner-Preisträgerin geritten? Lewitscharoff ist eine widersprüchliche Persönlichkeit: Buchhalterin, Religionswissenschaftlerin und Schriftstellerin, früher Mitglied einer trotzkistischen Gruppe, aber auch geprägt von ihrer frommen Erziehung, und schließlich Tochter eines depressiven Gynäkologen. Irgendwo im Netz dieser Widersprüche hat Lewitscharoff den Blick für Falsch und Richtig verloren. Später distanzierte sie sich von ihren Sätzen. Ihr Unbehagen an moderner Medizintechnik wollte sie ausdrücken, sagt sie. Tatsächlich gesagt hat sie aber andere Worte. Kommunikation ist nicht das, was gemeint ist - sondern das, was ankommt. So viel hätte die wortgewaltige Autorin wissen müssen.

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