Bundesvereinigung Lebenshilfe

Lebenshilfe tritt seit 50 Jahren für uneingeschränktes Lebensrecht behinderter Menschen ein

Marburg (ots) - Parlamentarischer Abend im Jubiläumsjahr: Bundesvorsitzender Robert Antretter mahnt umfassenden Embryonenschutz an.

Mit großer Eindringlichkeit spricht sich die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gegen eine Lockerung des Stammzellgesetzes aus. Vor mehr als 100 Bundestagsabgeordneten und hochrangigen Vertretern der Ministerien bezeichnete der Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Robert Antretter die Tötung menschlicher Embryonen für Forschungszwecke als ethisch unvertretbar und verfassungswidrig: "Wenn dem menschlichen Embryo der Schutz der Menschenwürde nur eingeschränkt zuerkannt wird, müssen wir befürchten, dass in Zukunft auch wieder verstärkt zwischen lebensunwertem und lebenswertem Leben unterschieden wird."

50 Jahre ist es her, dass die Lebenshilfe - eine der ersten Bürgerbewegungen in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland - gegründet wurde. Es war somit ein ganz besonderer Parlamentarischer Abend der Bundesvereinigung Lebenshilfe, die dieses Mal in der Berliner Landesvertretung des Freistaates Bayern zu Gast war. Bundesvorsitzender Antretter erinnerte an die Anfänge der Lebenshilfe, als sich Eltern geistig behinderter Kinder in ganz Deutschland zusammenschlossen. Damals standen die Familien noch unter dem Eindruck der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten. Kaum ein behinderter Mensch war der so genannten "Euthanasie", der Vernichtung angeblich lebensunwerten Lebens, entkommen. Die Lebenshilfe mit ihren bundesweit mehr als 135.000 Mitgliedern tritt daher bis heute für ein uneingeschränktes Lebensrecht behinderter Menschen ein.

Die Zukunft der Eingliederungshilfe war ein weiteres wichtiges Thema des Parlamentarischen Abends. Klaus Lachwitz, Leiter des Hauptstadtbüros der Lebenshilfe, erwartet hier steigende Kosten. Experten schätzen die Mehrausgaben auf mindestens zwei Milliarden Euro jährlich. Sie führen dies vor allem auf die wachsende Zahl behinderter Menschen zurück, die jetzt - mehr als 60 Jahre nach der grauenvollen "Euthanasie" der Nationalsozialisten - das Rentenalter erreichen. Die Lebenshilfe setzt sich deshalb seit Jahren dafür ein, dass sich der Bund an der Finanzierung der Eingliederungshilfe von derzeit zwölf Milliarden Euro pro Jahr beteiligt, um Städte und Gemeinden zu entlasten.

Die Forderung nach einem eigenen Leistungsgesetz für Menschen mit Behinderung sieht Klaus Lachwitz durch das 2007 beschlossene Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte behinderter Menschen untermauert. Er selbst war am Zustandekommen der UN-Konvention beteiligt. Die Hilfe für behinderte Menschen sei jetzt kein Akt der Fürsorge mehr, sondern ein Menschenrecht! Lachwitz: "Wir hoffen, dass Deutschland noch in diesem Jahr ratifiziert."

Pressekontakt:

Hauptstadtbüro der Lebenshilfe
Gudrun Janke, Telefon 030/829998702

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