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neues deutschland: Über den Mitgliederschwund deutscher Parteien

Berlin (ots) - Die Mitgliedschaft in einer etablierten Partei wird für Menschen in Deutschland immer unattraktiver. Eine Studie hat nun ergeben, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien sowie die FDP in der jüngsten Vergangenheit geschrumpft sind. Insgesamt haben die Parteien seit 1990 die Hälfte ihrer Basis verloren. Die Hoffnungen zahlreicher Menschen, die sich aktiv an der Politik beteiligen wollten, haben sich oft nicht erfüllt. Was die Parteibasis mehrheitlich denkt, spielt bei vielen politischen Entscheidungen keine Rolle. Zudem werden die Mitglieder zu selten direkt eingebunden. Und wenn das doch einmal geschieht, dann fungieren sie zumeist nur als Schiedsrichter für den parteiinternen Wettbewerb um Spitzenpositionen. Oder die Basis wird vor der Abstimmung durch Drohungen der Parteiführung derart unter Druck gesetzt, dass sie sich genötigt sieht, deren Kurs zu unterstützen. Mit diesen Mitteln hatte die SPD-Spitze einst die Zustimmung ihrer Genossen zur Großen Koalition erzwungen. Weil der Vertrauensverlust in die etablierten Parteien inzwischen auch hierzulande mit einem Aufstieg der Rechten einhergeht, ist ein Umdenken dringend notwendig. Manchmal lohnt sich ein Blick in andere Länder: Dass man linke Politik und Basisbeteiligung erfolgreich miteinander kombinieren kann, hat zumindest in Ansätzen die spanische Partei Podemos gezeigt.

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