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neues deutschland: Rechte Einstellungen in der Gesellschaft: Hemmungslos

Berlin (ots) - Nicht immer mehr Deutsche neigen zu rechtsextremistischen Einstellungen, aber immer mehr Deutsche mit rechtsextremistischen Einstellungen neigen zu Gewalt oder sind bereit, sie zu tolerieren. Die Langzeitstudie zur »enthemmten Mitte« bestätigt, was sich besonders abstoßend in den Bildern von Pegida in Sachsen zeigte und was in seinen Konsequenzen als höchst beunruhigend empfunden werden muss. Es ist die wissenschaftliche Warnung, dass etwas gründlich falsch läuft in diesem Land. Die Radikalisierung von immer mehr Menschen - vorerst meist im Denken - ist natürlich für sich genommen genug Grund zur Sorge. Doch damit beginnt die Gewalt nicht. Sinkende Hemmungen gegenüber Gewalt sind auch Antwort auf eine zunehmende Radikalisierung in den politischen Verhältnissen, die die Menschen beobachten, von der ihr Alltag begleitet wird. Es ist eine Adaption der Botschaft, die die Abgehängten in der Gesellschaft seit Jahren erreicht: Erbarmen habt ihr nicht zu erwarten. Und die noch nicht Abgehängte genauso verinnerlichen. Die Handlungsmuster, die Erfolg in der Gesellschaft versprechen, empfehlen Egoismus statt Empathie. Das hat sicher viele Folgen. Neben der Angst bringt es Misstrauen und eine abstoßende Neigung hervor, noch Schwächere zu Verantwortlichen für das eigene Unbehagen zu machen. Flüchtlinge, Boten des Grauens, werden mit diesem identifiziert oder als Lügner diffamiert. Kein Platz mehr für Erbarmen. Wehe, wenn zudem die Hemmungen fallen.

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