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neues deutschland: Zur hohen Arbeitslosigkeit unter Älteren

Berlin (ots) - Je länger jemand ohne Arbeit ist, desto schwerer findet er wieder einen Einstieg ins Berufsleben, das zeigen viele Studien. Ist der oder die Erwerbslose dann auch noch älter als 55, kann der Traum von der neuen Stelle von vornherein als gescheitert gelten. Eine merkwürdige Situation in einem Land, in dem Politiker die Rente mit 75 fordern, gleichzeitig aber nur wenige Unternehmen bereit sind, erfahrene ältere Arbeitnehmer einzustellen, und die staatlichen Behörden Arbeitsuchende in kaum einer Weise unterstützen. Während Unterstützungseinrichtungen wie die Jobcenter ältere Langzeitarbeitslose gleich komplett aufgeben und die Politik sich hauptsächlich damit befasst, wie sie Ältere und Kranke am besten aus der Statistik herausrechnen kann, bleiben die Betroffenen und ihre Bedürfnisse außen vor. Sie werden unter Druck gesetzt, einer Zwangsverrentung mit hohen Abschlägen zuzustimmen, bekommen kaum Weiterbildungen angeboten und noch weniger Beschäftigungsmöglichkeiten, obwohl der Arbeitsmarkt konjunkturbedingt gerade sehr entspannt ist. Der einzig mögliche Schluss ist, dass Ältere als Wähler keine so große Rolle spielen. Möglicherweise liegt auch die arbeitsmarktrelevante Zielgruppe - analog zum Werbefernsehen - nur zwischen 14 und 49. So viele Menschen aber einfach vom Arbeitsmarkt auszuschließen, birgt die große Gefahr weiterer gesellschaftlicher Spaltung. Die aber wird nicht nur den Älteren auf die Füße fallen.

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