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neues deutschland: Zur Aufhebung der Sanktionen gegen Iran

Berlin (ots) - US-Außenminister John Kerry feierte den Bericht der Atomenergiebehörde mit großen Worten: Die Welt sei ein sicherer Ort, nun da Iran amtlich bestätigt wurde, sich an die Auflagen des Abkommens zu halten. Der Beweis für Kerrys These steht indes aus. Die Vereinbarung vom Sommer war nur ein Anfang, die Aufhebung der Sanktionen ein zwingender nächster Schritt für einen Dialog auf Augenhöhe. Es ist ein Erfolg für alle Beteiligten, dass der Deal bis dato hielt. Der Sieg der Vernunft bleibt aber ein vorläufiger. Irans Präsident Hassan Ruhani weiß, dass sein Land auf die internationale Zusammenarbeit - vor allem auf die wirtschaftliche - angewiesen ist. Ob die Bevölkerung und die Machtelite um Ayatollah Ali Chamenei ihm folgen, wird die Zeit zeigen. Ende Februar steht Iran mit den Parlamentswahlen ein erster Gradmesser bevor. Selbiges gilt für die Präsidentenwahl in den USA im November. Ein Sieg der Republikaner könnte das Abkommen zunichte machen - und die Welt unsicherer, nicht nur in punkto Iran. Doch schon jetzt geht das Sterben in Syrien und der Region weiter. Eine so dringende Befriedung des Nahen Ostens steht weiter aus. Dass sich Saudi-Arabien und Israel als Verlierer der neuen Kooperation Irans mit den Vetomächten fühlen, wird zu dieser kaum beitragen. Dafür bedarf es ein paar vernünftiger Abkommen mehr.

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