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neues deutschland: Nazis runter vom Sportplatz!

Berlin (ots) - Es hat Druck gebraucht, ein paar boykottierende Vereine, dazu viele verängstigte Schiedsrichter. Der Landessportbund Sachsen-Anhalt hat mit dem Ausschluss des FC Ostelbien Dornburg wegen rechtsextremer Auswüchse Stärke gezeigt. Dies war durch die Satzung des LSB zwar gedeckt, aber Vereine werden trotzdem nicht so schnell verbannt. In Sachsen-Anhalts Sport war es das erste Mal mit dieser Begründung. Ob der Ausschluss vor Gericht Bestand haben wird, ist unklar, und ein verlorener Prozess kann viel Geld kosten. Für seinen Mut ist der LSB erst mal zu loben. Der Deutsche Olympische Sportbund stellte am Dienstag einen Sportentwicklungsbericht vor. Dort heißt es, Sportvereine würden Fair Play und Toleranz vermitteln und damit besonders »zum Kitt unserer Gesellschaft beitragen«. Ist das wirklich so? Ist der FC Ostelbien nur eine Ausnahme? Erst am Wochenende gab es auf einem Berliner Fußballplatz eine Schlägerei unter Fußballern und Fans in der Kreisklasse. Die einen riefen: »Dreckige Juden!«, andere ebenso wenig hinnehmbar: »Scheiß Muslime!« Derlei passiert allwöchentlich, besonders im Fußball. Sportvereine sind eben nicht nur Hort der Toleranz, sondern ab und an auch ein Rückzugsort für Intolerante. Das bleibt auch so, solange sich Verbände nur mit Respekt-Slogans schmücken, anstatt konsequent auch Vereine zu verbannen, die Rassismus dulden. Von daher war der Fall Dornburg ein erfreuliches Novum - ein längst überfälliges.

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