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neues deutschland: Zu Joseph Blatters Rücktrittsankündigung

Berlin (ots) - Nach der Rücktrittsankündigung Sepp Blatters vom Chefsessel des Fußballweltverbands erhoffen sich viele eine Reform der FIFA. Doch wie soll die aussehen? Muss wirklich alles reformiert werden, was Blatter entwickelt und für seinen Machterhalt genutzt hat? Am Wahlprozess des Präsidenten wurde jüngst kritisiert, dass jeder Mitgliedsverband nur eine Stimme hatte. Die großen, wichtigen hätten also zu wenig Macht, was wiederum Korruption bei den unwichtigen ermöglichte. Welch arrogante Sicht der Dinge, diese lediglich in Afrika, Asien und der Karibik zu verorten und nicht im ach so sauberen Westen. Dabei ist der Kronzeuge der FBI-Ermittler mit Chuck Blazer ein US-Amerikaner. Zudem hatte der französische UEFA-Chef Michel Platini für die WM 2022 in Katar gestimmt, kurz bevor sein Sohn dort einen gut bezahlten Job erhielt. Die Macht auf viele zu verteilen, ist also gar keine so schlechte Idee im Kampf gegen Korruption. Das »System Blatter« wird auch dafür kritisiert, dass kleine Verbände etwa aus Montserrat (ungefähr 5000 Einwohner) oder Liechtenstein (37 000) ebenso gut zwei Millionen Dollar allein im Jahr 2014 aus dem von Blatter initiierten Entwicklungsfonds erhielten wie die aus Deutschland und England. Warum eigentlich nicht, wenn man die Kleinen fördern will anstatt immer nur den Status quo der Verhältnisse? Blatter ist kein Heiliger. Sein Rücktritt war überfällig, wie es der von vielen in der FIFA wäre. Manche Ideen aber hatten ihren Charme. Es sollte indessen besser kontrolliert werden, wofür die Millionen verwendet werden.

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