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neues deutschland: Einheitsfront gegen das Streikrecht: Danke, GDL¶

Berlin (ots) - Es ist mal wieder Arbeitskampf der Lokführer. Woran man es vor allem merkt: Die veröffentlichte Meinung heizt Widerwillen gegen einen Streik an und die Regierung tut so, als wisse sie nicht, worum es dabei im Kern geht - nämlich um grundlegende Gewerkschaftsrechte. Am Montag wurden im Bundestag Experten zu den Plänen der Großen Koalition angehört, mit einem »Tarifeinheitsgesetz« für gewerkschaftliche Ruhe in den Betrieben zu sorgen. Kleineren Gewerkschaften, die im Schatten des langjährigen DGB-Kuschelkorporatismus mit engagiertem Vorgehen Erfolg hatten, geht es unter sozialdemokratischer Minister-Ägide an den verfassungsrechtlich garantierten Kragen. Gegen all jene, die jetzt beklagen, der Streik sei unverhältnismäßig und schade »der Wirtschaft«, muss immer wieder daran erinnert werden, dass es gewerkschaftliche Kämpfe à la GDL waren, die hierzulande überhaupt erst den vergleichsweise hohen Standard an Arbeitsrechten und Beschäftigtensicherheit möglich machten. Nicht durch freundliches Bitten, sondern durch Streiks, die wehtun. Und ja, sogar die vergleichsweise guten Bedingungen für die Kapitalakkumulation sind ein Ergebnis gewerkschaftlichen Engagements. Wer also demnächst in seinen tariflich zugesicherten Urlaub fährt oder zur Schicht in Werk oder Büro, wo es Betriebsrat, verbilligte Kantine und Weihnachtsgeld gibt, der sollte einmal an die Geschichte gewerkschaftlicher Kämpfe zurückdenken - und sei es beim Warten auf den Ersatzverkehr. Danke, GDL.

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