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neues deutschland: Jemens Not

Berlin (ots) - Während die Kriege in Irak und Syrien nahezu täglich in den Schlagzeilen sind, werden die Konflikte im Süden der Arabischen Halbinsel kaum beachtet. Dabei wird dort ebenfalls permanent geschossen, auch weil Jemen eines immer ausreichend hatte: Waffen. Dabei fanden sich bisher weder unter dem Hochgebirge noch unterm Wüstensand Öl, Gas oder seltene Erden, die bei Industriestaaten nennenswerte Begehrlichkeiten und damit Interesse für das bettalarme Land zu wecken vermochten. Dafür hat sich das Land aber regionaler Möchtegerne zu erwehren. Zwar schaffte es, ähnlich wie in Afghanistan, keine fremde Macht je, die Welt der jemenitischen Hochgebirgsstämme zu beherrschen. Zuletzt scheiterte in den 60er Jahren das ambitionierte Ägypten Nassers daran, die Jemeniten in seinen politischen Zirkel einzuordnen. Das versuchen heute andere. Für die Jemeniten heißt das seit Jahrzehnten: permanenter niederschwelliger Krieg; aktuell befeuert von der Rivalität zwischen Iran und Saudi-Arabien. Wollte Nasser damals seinen arabischen Sozialismus nach Süden weiten und ließ es dabei auf einen Bürgerkrieg ankommen, so sind es heute iranische und saudische Rivalitäten, die auf dem Rücken der Jemeniten stattfinden. Dazu kommt der westliche Vorwurf, ein Hort des islamistischen Terrors zu sein. Die EU-Europäer könnten den Jemeniten in mancher Hinsicht helfen. Dafür aber müssten sie zunächst aufhören, alles Jemenitische im Zerrbild der US-amerikanischen Terroroptik wahrzunehmen.

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