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neues deutschland: Ungewolltes Nebenprodukt

Berlin (ots) - Da wird sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gefreut haben: Mit der Rekordsumme von über einer Milliarde Euro an verhängten Bußgeldern hat das Bundeskartellamt ein Stück zum Erreichen der lang ersehnten Schwarzen Null im Bundeshaushalt beigetragen. Dabei sind die Einnahmen für den Fiskus nur ein Nebenprodukt der Arbeit des Bundeskartellamtes und eigentlich gar nicht gewollt. Die Hauptaufgabe der Behörde ist es sicherzustellen, dass der freie Markt reibungslos funktioniert. Und eine große Sorge, die dabei immer mitschwingt, ist, dass sich Monopole bilden könnten und Konkurrenten untereinander bei den Preisen absprechen. Denn dabei werden andere immer geschädigt, weil sie entweder zu viel zahlen müssen oder zu wenig für ihre Ware bekommen. Doch nur bei allzu großen Fusionen oder bei offensichtlich illegalen Preisabsprachen wagt es das Kartellamt, die Macht der Konzerne zu stutzen. Unangetastet etwa bleibt das Oligopol der vier großen Stromgrundversorger. Zudem wird sich ein jeder Bahnreisende gerade zur Weihnachtszeit fragen, ob sein Bahnticket vielleicht nicht etwas überteuert ist. Komplettes Neuland für das Kartellamt ist auch der Internetriese Google. Mit ihm schlägt sich derzeit die EU-Kommission herum. Es ist also nicht leicht, die freie Konkurrenz im Kapitalismus aufrecht zu halten.

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