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neues deutschland: Doping als Straftat

Berlin (ots) - Ausgerechnet die Deutschen, ausgerechnet Biathlon, ausgerechnet »die Evi«: Der erste Dopingfall der Olympischen Spiele 2014 betrifft den Deutschen Olympischen Sportbund. Weil niemand aus dem deutschen Team einen Namen nennen wollte, wurde den ganzen Freitag über gerätselt, ob es sich dabei tatsächlich um die Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle handelt, was schließlich am frühen Abend offiziell bestätigt wurde. Bundesjustizminister Heiko Maas nutzte die Gelegenheit, via »Bild« ein strenges Antidoping-Gesetz für Deutschland anzukündigen, mit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren für Sportler und Ärzte. Und - man muss sich noch dran gewöhnen - Bayerns Justizminister Bausback (CSU) pflichtete dem SPD-Mann Maas umgehend bei. Schlichter Aktionismus? Nein. Bereits in den Koalitionsgesprächen im November war die Rede von diesem neuen Gesetz, das allerdings sowohl arzneimittelrechtlich als auch strafrechtlich als äußerst kompliziert gilt. Schließlich ist vor einem ordentlichen Gericht viel schwerer zu beweisen, dass der Sportler gedopt hat. Wie lange solche Prozesse dauern könnten, mag man sich kaum vorstellen. Das geht bei Sportgerichten einfacher und schneller. Allerdings ist deren wenig abschreckende Wirkung hinlänglich bewiesen, jüngst auch in Sotschi.

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