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Neues Deutschland: zu Griechenland

Berlin (ots) - Am Sonntag, just als sich die griechische Regierung von EU und IWF zu einem weiteren harten Sparprogramm drängen ließ, wurde in Bonn an das deutsch-griechische Anwerbeabkommen vor 50 Jahren erinnert. Zum Feiern ist auch den Griechen hier wahrlich nicht zumute. Dumpfe Schlagzeilen in Boulevardmedien, blöde Sprüche auf der Straße sind an der Tagesordnung. Im Wahlkampf von Nordrhein-Westfalen, wo die Bürger wahrlich andere Sorgen haben, versuchen Politiker das Thema für sich auszuschlachten. Aufgrund solcher Stimmungsmache gehen die wichtigen Fragen im Zusammenhang mit der Griechenland-Krise unter: Wie kann man verhindern, dass Finanzjongleure ein kleines Land an den Rand der Zahlungsunfähigkeit spekulieren? Wie kann man die EU-Währungsunion so umkrempeln, dass wirtschaftsschwache Staaten eine Perspektive bekommen? Bislang nutzte der Euro vor allem der Exportmacht Deutschland, während die Entwicklung in Griechenland auf Pump und damit auf Sand gebaut war. Die große Mehrheit der Griechen, ob Rentner, Selbstständige oder Lohnabhängige, hatte nichts vom Euro und lebt von äußerst niedrigen Einkommen. Mancher Meinungsführer in der Bundesrepublik sollte sich in Erinnerung rufen, dass auch viele griechische Gastarbeiter einst zum deutschen »Wirtschaftswunder« beitrugen. Ein Wunder benötigen die Griechen heute nicht, dafür aber ein bis jetzt unbekanntes Europa der Solidarität.

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